Monthly Archive for Januar, 2009

Union Beulshausen Phase III beginnt

logo_145_800x533Nach Angaben klangvoll schnalzender Zungen, ist das heisseste Trio der bekannten Welt, Union Beulshausen mit Sack und noch mehr Sack in die „Prinzenpark”-Studios zu Kalle Roggenbuck nach Osdorf gezogen. Ziel dieser Reserveübung sei das neue Album, das laut Bauplan Anfang April erscheinen möchte und, wie wir Beulshausen´s kaputtem Sampler entnehmen konnten, „viel härter ist, als das letzte!” 

Die Aufnahmen laufen perfekt, schon nach zwei Tagen ist die gesamte ägyptische Luftwaffe eingeäschert und man kann sich u.a. auf eine neue, eisenharte Boden-Luft-Version von „4 oder 5″ freuen, bis man ganz grün ist im Gesicht. Zudem wird ein Klassiker der NDW in unverschämter Überlänge eingespielt. Nehmen sie sich schon mal Urlaub. Die Union grüßt die Fans!

Nirgendwo ist “Ufffz”

studentenfutterSo habe ich mich nun festgesetzt, wie eine Laus im struppigen Pelz eines im Galopp dahin rasenden Lebens, mich nach Kräften festhaltend, um nicht erneut abgeschüttelt zu werden. Um bei der Wahrheit zu bleiben, war mein Versuch einer Berufswahl am „Scheidenweg” ein kompletter Fehlschuss, ein Schlag ins Wasser gewesen. Ganze drei Tage und Nächte hatte ich gewartet, hatte, leicht gerührt, lächelnd gestanden, war keinen Zoll gewichen, doch jegliche Eingebung war gänzlich ausgeblieben.

 

Nicht, dass ich keine Angebote gehabt hätte. Schon am dritten Tag kamen einige Mönche an meinem Stehplatz vorbei, die sogleich begannen, mich heiß zu umwerben, da ihre Religionsgemeinschaften nach eigenen Aussagen im Schrumpf begriffen seien. Einer drängelte sich vor und schüttelte mir überschwänglich die Hand. Er trug eine schicke Uniform, sein rechtes Auge war mit einer schwarzen Klappe bedeckt, das andere flackerte unruhig, als er sich vorstellte.

 

Sein Name sei „Tom Graf Schenck” und er hätte die Welt von Verrätern zu säubern, ob ich nicht helfen wolle, dann würde ein Raumschiff kommen, mich zur Belohnung irgendwohin mitnehmen, während alle anderen in die Luft gesprengt werden.

 

Doch noch bevor ich diesem interessanten Angebot zusagen hätte können, grölten jetzt die anderen Mönche wild durcheinander, ich bekam abwechselnd Offerten als „Papst”, „Ketzer” oder „Bettelsack”, doch gemäß meiner alten Schwäche war ich ein weiteres mal nicht in der Lage, eine wichtige Entscheidung, meine Zukunft betreffend, zu tätigen.
Gerade hatte ich mich fast für einen Job als „Leichentuch Christi” entschieden, da bekamen sich die eifernden Mönche in die Haare und begannen, sich zu kloppen.
Als erstes gingen die mit den Schnurrbärten auf den kleinen mit der Augenklappe los und prügelten ihn krankenhausreif, bevor dieser eine „Walther PPK” zückte und wild um sich schoss. Dabei erwischte er einen Typen namens „Bischof” am Kopf, der daraufhin, grünes Zeug spuckend, die Seinen aufforderte, die Schnurrbärte an komische Kreuze zu nageln.
Und wie so oft gingen meine eigenen Interessen, ein letztes Mal wissend nach Luft schnappend, im Gerangel der Gläubigen gnadenlos unter. Die gesamte Prozession rollte sich nun prügelnd, schreiend, schiessend und nagelnd den Hang herunter, der Stadt entgegen, die mir die schwere Last ehrlicher Arbeit abforderte, im Gegenzug für eine gesellschaftliche Akzeptanz, die mir im Grunde schnurz war, auf die ich, wenn auch leise, pfiff.

 

Ich fühlte einen Trotz in mir, eine aufsteigende Wut, die mir in der Entscheidung, meine Richtungssuche abzubrechen, entscheidend half. In der Dämmerung des vierten Tages, setzte auch ich mich in Bewegung in Richtung Stadt, strebte den Mönchen hinterher, entschlossen, irgendwie unter einem Vorwand an der Mutter vorbei in unsere Wohnung zu gelangen, um mich dort nach Leibeskräften am Bett festzukrallen.

 

Während ich zögerlichen Schrittes den „Scheidenweg” verliess und in den, runter nach „Ufffz” führenden Feldweg einbog, dachte ich an die ganzen verlogenen Bürger dieser Stadt, die dort auch meine Auffassung von Moral und Normalität zu bestimmen suchten.

 

Die in großer Zahl immer noch jeden Morgen pünktlich aufstanden, sich die Arbeitsklamotten überstreiften, die Bärte ihrer Ehefrauen küssten, um sich aufzumachen, hin zum alten Heizkraftwerk, welches schon lange keine Beschäftigung mehr bietet und so führerlos wie ausser Betrieb vor sich hin rostet. Dort treffen sie sich, fummeln acht Stunden mit Mittagspause an irgendwas rum, um dann, pünktlich um vier nach Hause zu tippeln, wo sie noch immer steif und fest behaupten, Arbeit zu haben und stolz darauf zu sein.
Wenn sich ihre bärtigen Frauen über fehlende Kontoeingänge beschweren, fluchen sie eben ein wenig über die mangelnde Zahlungsmoral in der heutigen Zeit. Dann ging man über zum Tagesgeschehen und so manch einer dieser Pharisäer hat sich schon bei meiner Mutter über meine bahnbrechende Faulheit beschwert. So geht das seit über drei Jahren.
In meiner Grübelei stiess ich mit der Spitze meines Schuhs gegen ein unachtsam liegen gelassenes Pfandhirn. In „Ufffz” laufen die Leute in der Regel mit schnittigen, nur das nötigste denkenden Gehirnen durch die Gegend, da zu viel der Denkerei als die Wiege des Irrsinns angesehen und scharf verurteilt wird.

 

Nur den Regierenden und den, sich im regen Austausch mit anderen Städten befindlichen Studenten ist es gestattet, vor Konferenzen oder schweren Prüfungen, ein voluminöseres Pfandhirn einzusetzen, um sich gegenüber der restlichen Welt nicht öffentlich zu blamieren.
So ein Pfandhirn ist recht teuer in der Anschaffung, daher ist die Rückzahlung bei Abgabe nicht unbeträchtlich. Ich steckte es in meinen schlaffen Rucksack, im festen Vorhaben, es unten in der Stadt gegen ein kleines Wohngeld einzutauschen, der Mutter einen Teilerfolg vorzugaukeln, für ein paar weitere Tage Gnadenfrist.

 

Der Zufall wollte es, dass mich mein Weg nach Haus an der offen stehenden Tür des Backstage eines großen Schachturniers vorbei führte. Dieses mal ließ mich meine kriminelle Energie eine Blitzentscheidung treffen. Ich räumte in einem Affenzahn die Regale mit Spezialtaktik-Gehirnen leer, steckte sie in meinen Sack und entkam unbemerkt über den Hinterhof der „Gaunerei Friedrichs”, der grössten Bank von „Ufffz”.

 

Als ein ebenso großes Glück erwies sich das plötzliche Anberaumen einer unangekündigten, wichtigen Prüfung im Bereich Architektur an der „Brian Jones- Universität” von „Ufffz”, einher gehend mit grenzenloser Panik unter den Studierenden.

 

So wurde ich meine Beute bei reissendem Absatz innerhalb weniger Minuten los und verdiente mehr Geld als Mutti beim „Anschaffen” in einer ganzen Woche.

 

Der Mutter log ich vor, das viele Geld als „Mietomi” verdient zu haben, was ich auch als meinen Berufswunsch angab. Seitdem ist erstmal Ruhe auf dem Gebiet und ich darf endlich wieder den ganzen Tag fernsehen. Fern in eine Welt, die ich nicht verstehe, die mich fasziniert, die ich oft befrage, die nie antwortet. Vielleicht morgen.

Guntram Krasting zurück aus Ascaban

gunwebDarth Krasting, bekannt als Regisseur der Johnny Liebling Videos „An guten Tagen“ und „Nein Danke“, ist zurück in der Welt der Menschen und bemüht sich, noch in diesem Quartal die Arbeiten am sensationellen Clip zum Song „4 oder 5“ zu beenden. Das genaue Erscheinungsdatum ist noch nicht klar, da Krasting, permanent abwechselnd von „Hutu-“ und „Tutzi“-Rebellen aufgeschreckt und nach dem Weg gefragt wird, das kostet Zeit! 

Bis es soweit ist, zeigen wir euch einige wundervolle Bilder der Union in Action, ebenfalls von Krasting kürzlich in einem Etablissement in Montreux namens „L´église des queues“ geschossen (Ansehen in der Galerie)

Am Scheidenweg! Neues aus “Ufffz”.

herr-b-am-scheidenwegWie immer, wenn man sich sicher ist, dass ein neues Jahr beginnt, hat man sich zunächst mal zu fragen, was man wohl überhaupt damit anfangen will und ob man es auch wieder zurück geben kann, sollte es sich als ungenügend nutzbar erweisen.

Ob man beispielsweise ein Umtauschrecht bis April eingeräumt bekommt, wenn man bis dahin dem neuen Leben nicht den winzigsten Erfolg abzuringen imstande war?

 

Dies waren die ersten Gedanken, die es schafften, sich im neuen Jahr in das dichte Gedränge meines Kopfes zu schleichen, um dort nach Leibeskräften zu spuken. Es war bereits der 3. Januar, das konnte ich am Einfallswinkel der blass und ungesund aussehenden Sonne erkennen, die mich unsicher begrüßte, während ich langsam aufzutauen begann.

 

Ich war wohl von Silvester liegen geblieben, die 21 Kinder der Turbanskis aus dem 3. Stock hatten mich mit ihren Buntstiften schön angemalt, wie so oft mit nationalsozialistischen Hoheitszeichen und Kritzeleien bedacht, die sie in Ermangelung jeglicher Schulbildung für Buchstaben hielten. Der infernalische Lärm ihrer vielen, kleinen Kehlen ging in hartnäckige Konkurrenz mit der Neujahrsparade des Stadtrats von „Ufffz”, die wie üblich direkt an unserem Haus vorbeizog. Zu Beginn eines jeden Jahres ist es hier seit langer Zeit die Regel, dass der Bürgermeister, sowie die höchst gestellten Persönlichkeiten von „Ufffz” eine Parade abhalten, um der, für diesen sehr kargen und ungeliebten Monaten nach Weihnachten üblichen Jammerei des Fußvolks entschieden entgegen zu treten. So wurde also der Januar zum „Wonnemonat” ausgerufen und unmissverständlich mit Klageverbot belegt.

 

Die Granden der Stadt waren gesammelt auf prächtigen Ochsenkarren zugegen, sich im Überschwang zu prostend, während ich meine Zehen wieder spürte. Die Prozession, gestartet am Erotikkino „Oase”, Ziel war das alte Heizkraftwerk, schleppte sich just in diesem Moment an unserem Haus vorbei, bis vor dessen Treppenaufgang ich es immerhin geschafft hatte. Weil es in „Ufffz” gar keine Ochsen gibt, werden jedes Jahr einige honorige Bürger ausgewählt, welche die Gold geschmückten und dadurch schwer gewichtigen Karren durch die Stadt ziehen dürfen. Vor dem Karren des Bürgermeisters erkannte ich deutlich Herrn Kassius, den Schlachtermeister, der trotz schneidender Kälte so stark schwitzte, dass sich seine Holzpantinen aufzulösen begannen. Er hatte blütenweissen Schaum vor dem Mund. Herr Döbler, ein arbeitloser Despot, war vor dem Fahrzeug eines sehr beleibten Senators zusammengebrochen und wurde von diesem ganz blutig gepeitscht.

 

Die Leute, die die Straße säumten, jubelten auf unnachahmlich liebevolle Art ihren Regierenden zu. Eine Hand in der Luft, deren Mittelfinger vollends erhoben, der Rest zur Faust geballt, mit dem Zeigefinger der anderen den linken Nasenflügel verschließend, während aus dem rechten ein Schwall des so beliebten „Spice” mit der Wucht eines Atemstoßes geschleudert, auf der Uniform eines Amtsträgers plakativ, wie eine Art Orden, haften blieb. Die Stadtväter ihrerseits werfen für gewöhnlich großzügige Mengen „Dönekens”, die Weichteile des Paradoxons, einer in der Halbsavanne lebenden, kantigen Büffelart unters Volk, welches gar nicht genug davon zu bekommen schien. Nur dem Bürgermeister, der sich, allem überdrüssig „Echt Stonesdorfer” nennt, ist es vorbehalten, zusätzlich zu den „Dönekens” noch leere Worthülsen und Wachstumshormone zu werfen.

 

Die Turbanski-Kinder hatten bereits die Taschen ihrer Beutelhosen bis zum Rand voll davon und wurden erst von „Tommi”, dem Hund der alten Küster verjagt, der gleich zwei von ihnen tot biss. Omma Küster war samt „Tommi” aus ihrer stickigen Bude gekrochen, um im Heizkraftwerk zu beten, denn sie war sehr Wärmegläubig. „Tommi” war in Wirklichkeit eine dieser großen Ratten aus den Glenns, deren Haltung in „Ufffz” streng verboten war, doch bisher war es noch niemandem gelungen, dies zu beweisen. Als die alte Küster mich so hilflos daliegen sah, ergriff sie die sich selten bietende Gelegenheit, stieß mir ihr Holzbein in die Rippen und rief: „Tommi, schnappschnapp!”, woraufhin mir die fette Ratte ins Gesicht biss, hektisch mit der pelzigen Zunge die Augen suchend. Erst die Mutter, eiligst herbei gesehnt, kam mit einem Schneidbrenner und rettete, was zu retten war. Die Küster und „Tommi” verzogen sich, beide mögen kein Feuer. Mutti taute mich mit dem Gerät fast vollständig auf, dann flohen wir vor dem Rummel der Straße, hoch in die sichere Wohnung. Oben angekommen, gab es auch gleich die Neujahrsgardinenpredigt der besorgten Mutter.

 

„Junge, jetzt muss mal Schluss sein mit dem Kinkerlitz”, sagte sie, „mit 43 Jahren wird es jetzt entweder Zeit für die Pubertät, ein Schein-Fernstudium oder eine Schein-Fernselbstständigkeit, Hauptsache Fern!” 

 

„Mach´ ich morgen!”, versuchte ich sie zu beschwichtigen, doch die Mutter war fest entschlossen: „Pack deine Sachen, du gehst noch heute Abend zum „Scheidenweg”!

 

Der „Scheidenweg” dient seit Jahrhunderten der traditionell unschlüssigen Einwohnerschaft von „Ufffz” als Entscheidungshilfe. Am Waldrand gelegen ist er besonders am Sonntagmorgen gut besucht, wenn die Leute nicht wissen, ob sie Rührei oder Spiegelei wollen.

 

Die Mutti fuhr mich eben noch mit dem „Trampelrad” rum, einem Fahrzeug mit dreieckigen Rädern, welches wir dem Starrsinn von „Ufffz” Meistererfinder „Little Derrick” zu verdanken haben, dann stehe ich allein, mit von Regenwasser gefüllten Augen am „Scheidenweg”, schaue der immer geringer erscheinenden Gestalt der Mutter hinterher und frage mich, was wohl dieses Jahr aus mir werden soll.