Monthly Archive for März, 2009

“GIFT”- kleine Werkschau

the only way is up!the only way is up!

Supporters, Fans, Puppenjungs! 

Am 14. Mai 09 erscheint ”GIFT”, das 2. Album von “Union Beulshausen”! Nach “4 oder 5″, dem Debut im letzten Jahr, einem reinen Soloalbum, bietet ”GIFT” einen Einblick in das gegenwärtige Schaffen des Trios Drave, Hensel, Beulshausen, unter anderem mit aktuellen Interpretationen von “4 oder 5″ und einigen handfesten Raketen.

Da wir einen ersten Eindruck der Aufnahmen vermitteln wollen, veröffentlichen wir gegen den Rat unserer Anwälte 2 zunächst ungemixte Songs, oder auch Versionen davon hier im Bereich “Media” und hoffen euch damit ein Gefühl grenzenloser Zuneigung entlocken zu können.

1st Video upload 09

Schokoladenseite

Schokoladenseite

Die Union beweist einmal mehr ein Herz für diejenigen Supporters, die nicht mehr durch ihre Haustüren passen oder zu sehr in „Counter Strike” versunken sind, um ein Konzert zu besuchen. Mit freundlicher Genehmigung der „Just us Production GmbH”, zeigen wir euch im Bereich „Media” das brandneue Filmchen „Halt mich fest ich werd verrückt”- Union Beulshausen live im Fundbureau, Hamburg Sternschanze.

 

Die Union bedankt sich an dieser Stelle nochmal von Herzen bei Guntram Krasting (Regie), Kim Kiesling (Schnitt) und Fredrik Sterzel (Faser, Technik)!

An dieser Stelle auch noch einmal eine ganz persönliche, tiefe Verbeugung vor Tobias Prohl (Webmaster) für die aufopferungsvolle Betreuung dieses Forums und die massive Geduld im Umgang mit technischen Komplettversagern!

 

Alsdann, hier kommt „Halt mich fest ich werd verrückt” (Kralle/Remmler),

ebenfalls zu sehen auf myspace.com/unionbeulshausen, viel Spaß damit.

Partizan Hamburg

Ein ruhiges Gewissen

Ein ruhiges Gewissen

Beulshausen, der sein Lachen an einen Typen namens Horst Frank verkauft hat, der es mit ins Grab nahm, gibt dafür Kim Frank die ganze Schuld und jagt diesen quer über den Erdball. Zwischendurch, am 19.03. spielt er im Pooca einen kurzen Solo-Set vor der „String´n´Base”-Show ab 22:30 Uhr und mit der Union am 26.03. in Angie´s Nightclub ein paar Songs bei Ingo Pohlmann´s „Rocker vom Hocker”.


Hingehen lohnt sich (nicht für Kim Frank).

Frühling in “Ufffz”

Tante Regina

Tante Regina

Huch, huch, schon wieder Frühling! Vor Vergnügen klatsche ich in die kleinen Hände. Der meterdicke Eispanzer, der die Stadt „Ufffz” den Winter hindurch in eine erstarrte, nur leicht schwankende Wackelpudding-Landschaft verwandelt, beginnt abzutauen, zunächst langsam, mit der Ruhe und Gelassenheit des immer wiederkehrenden Routiniers, um dann unvermittelt, in der Raserei eines Sterbenden, der noch nicht bereit ist zu gehen, als alles verschlingender, reissender Strom ein letztes mal zu wüten.

Dann wird es ganz still. Die Toten treiben praktischer Weise mit dem abfliessenden Tauwasser in ein Siel und verschwinden darin, mit gurgelndem Geräusch, lassen die Hinterbliebenen mit deren bisschen Leben in der Stille zurück.

Doch schon bald zwitschern die ersten Varane, das Heizkraftwerk sondert stotternd einige schwarze Wolken ab und die Bewohner von „Ufffz”, die nicht von der Katastrophe hinfort gespült wurden, vergessen diese binnen weniger Minuten, denn nun beginnt eine der schönsten Jahreszeiten, die „Saumilch-Saison”!

Ein Trend, der sich seit Jahren ungewöhnlich hartnäckig in „Ufffz” etabliert hat. Zunächst tranken lediglich die Reichen in geringen Mengen das köstliche Nass. Die Saumilch war der Renner auf erlesenen Banketts und wurde gern zur „Katzenpomade”, einem ebenso elitären Stockfisch gereicht.

Als dann erste Fotos bekannter Schauspielerinnen auftauchten, genüsslich an den Saunippeln nuckelnd, war auch das gemeine Volk nicht mehr zu halten. Durch den regen Zulauf und die gute Bezahlung entdeckten die Säue schnell ihre kommerzielle Chance, liessen sich im Winter schwängern, bissen dann die Neugeborenen weg, zugunsten zahlungskräftiger Abnehmer.

Auch Mutti und ich haben eine Stammsau, sie nennt sich Regina und wenn die Zeit gekommen ist, schickt mich die Mutter mit einer zinnernen Kanne und einem Großteil des Geldes, das wir vorbei treibenden Leichen abnehmen konnten, zu ihr.

„Tante Regina”, wie ich sie vertrauensvoll nenne, wohnt nur ein paar Straßen weiter und ich gehe gern hin, denn sie ist eine sehr nette, gütige Sau, wenn man nicht gerade ihr Junges ist. Sollen die blöden Ferkel doch sehen, wo sie bleiben.

Mutti hat mich auch oft weggebissen, immer wenn ein neuer Herr zum „Karten spielen” vorbei kam. Doch ich habe mich durchgesetzt, kam immer wieder. Und? Was ist aus mir geworden? Na ja.

Meist erzählt „Tante Regina” schöne Geschichten, während man sie anzapft. „Zwei Liter bitte, Tante Regina”, sage ich, als ich an der Reihe bin. „Setz dich doch, mein Junge und nimm erstmal einen Schluck!” Ich bedanke mich und lasse mich an einer frei gewordenen Zitze nieder, zwischen dem Pfarrer und Herrn Keppler von Gegenüber, der sich für diesen Spaß alle Zähne hat ziehen lassen.

Nun hat die Saumilch den großen Vorteil einer stark halluzinogenen Wirkung mit nicht unbeträchtlichem Suchtcharakter, einige der vormals honorigsten Bürger liegen zur Saumilch-Zeit wochenlang bei Tante Regina rum, durch den hohen Nährwert ihrer Milch ganz aufgedunsen, hören sie sich ihre Geschichten an, oder träumen ein wenig, oder beides. Wenn dann das Geld, welches man vorher an die Tante zahlt, ganz und gar abgegolten ist, tritt Regina die unablässig saugenden einfach mit den Hinterläufen vom Gesäuge weg, wo sie sich dann benommen etwas sammeln können und entweder neu bezahlen oder abhauen.

Mich mag sie, glaube ich, denn ich darf immer ein wenig umsonst ran, bevor ich die zwei Liter für Mutti zapfe. Dann erzählt sie mir von fremden Welten, in denen ein zürnender Gott namens „Peterkraus” die Erde beben lässt und wo die Leute „Gudrun” oder „Christian” heissen. Dann muss ich gehen, zahlungskräftigeren Kunden weichen.

„Nun ist es Zeit für dich, mein Junge”, sagt Tante Regina zärtlich und ich erkenne in der Schlange hinter mir „Echt Stonesdorfer”, den Bürgermeister und seine verdammte Playboybande.

Mit dem köstlichen Geschmack der Phantasie im Mund bedanke ich mich bei Tante Regina und mache mich torkelnd auf den Heimweg, der Mutter entgegen, die mir schwitzend und mit gebleckten Zähnen die Milchkanne aus den Händen reissen wird, um sich dann tagelang nicht mehr blicken zu lassen. Die schöne Frühlingszeit.