Neulich, als so Sturm war, wehte mir ein Zettel ins Gesicht, darauf stand, ein alter Herr hätte gesagt, dieser Hitler wäre ein netter Kerl gewesen. Weil ich das nicht so recht verstand und es sich irgendwie biss mit dem, was ich über den netten Kerl gehört hatte, gehe ich jetzt öfter raus, wenn´s windet und stürmt, da ich hoffe, einem anderen verirrten Zettel so etwas wie eine Fortsetzung, eine Erklärung dessen zu entnehmen.
Heute war es endlich so weit. Ein weiteres Blatt Papier, wohl in Eile von irgend einem Journalisten bekritzelt, ein Schmierzettel, hastig beschrieben, in der sicheren Erwartung des Todes ob der Brisanz seiner Kenntnis. So malte ich es mir jedenfalls aus, als ich die Nachricht entzifferte. Ein anderer alter Herr, der sich rücksichtslos “Papst” nannte, wollte im Vollrausch den Josef Mengele heilig sprechen, bevor sich rausstellte, das er es selber war und nur gern verkleidet betet. Schnell und voller Angst warf ich den Zettel von mir und lief im Galopp nach Hause, monoton vor mich hinschreiend, ich hatte nichts gesehen, aber auch gar nichts.
Hoffentlich klingelt’s nicht gleich, ich ziehe für einige Tage unter den Küchentisch, denke ich.
Mit diesen alten Herren ist nicht zu spaßen, glauben sie mir!



