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Beulshausen liest “Nirgendwo ist Ufffz”

ich zeig dich an

ich zeig dich an

Beulshausen, der scheue Aussenseiter, kommt vom lachen aus dem Keller und liest für das Publikum „Nirgendwo ist Ufffz”, bitter ernste Geschichten aus seiner kargen Heimat. Eine der wenigen Gelegenheiten, wo sich dieses Monstrum mal ans Licht traut.
Fackeln sind verboten. Das ganze natürlich wieder mit den Topstars Chris Drave (Violine) und Rudi Hensel (Percussion) am 21.05. im KIR Barnerstr. 16 Hamburg/Ottensen ab 20:30 MEZ

“GIFT”- kleine Werkschau

the only way is up!the only way is up!

Supporters, Fans, Puppenjungs! 

Am 14. Mai 09 erscheint ”GIFT”, das 2. Album von “Union Beulshausen”! Nach “4 oder 5″, dem Debut im letzten Jahr, einem reinen Soloalbum, bietet ”GIFT” einen Einblick in das gegenwärtige Schaffen des Trios Drave, Hensel, Beulshausen, unter anderem mit aktuellen Interpretationen von “4 oder 5″ und einigen handfesten Raketen.

Da wir einen ersten Eindruck der Aufnahmen vermitteln wollen, veröffentlichen wir gegen den Rat unserer Anwälte 2 zunächst ungemixte Songs, oder auch Versionen davon hier im Bereich “Media” und hoffen euch damit ein Gefühl grenzenloser Zuneigung entlocken zu können.

1st Video upload 09

Schokoladenseite

Schokoladenseite

Die Union beweist einmal mehr ein Herz für diejenigen Supporters, die nicht mehr durch ihre Haustüren passen oder zu sehr in „Counter Strike” versunken sind, um ein Konzert zu besuchen. Mit freundlicher Genehmigung der „Just us Production GmbH”, zeigen wir euch im Bereich „Media” das brandneue Filmchen „Halt mich fest ich werd verrückt”- Union Beulshausen live im Fundbureau, Hamburg Sternschanze.

 

Die Union bedankt sich an dieser Stelle nochmal von Herzen bei Guntram Krasting (Regie), Kim Kiesling (Schnitt) und Fredrik Sterzel (Faser, Technik)!

An dieser Stelle auch noch einmal eine ganz persönliche, tiefe Verbeugung vor Tobias Prohl (Webmaster) für die aufopferungsvolle Betreuung dieses Forums und die massive Geduld im Umgang mit technischen Komplettversagern!

 

Alsdann, hier kommt „Halt mich fest ich werd verrückt” (Kralle/Remmler),

ebenfalls zu sehen auf myspace.com/unionbeulshausen, viel Spaß damit.

Partizan Hamburg

Ein ruhiges Gewissen

Ein ruhiges Gewissen

Beulshausen, der sein Lachen an einen Typen namens Horst Frank verkauft hat, der es mit ins Grab nahm, gibt dafür Kim Frank die ganze Schuld und jagt diesen quer über den Erdball. Zwischendurch, am 19.03. spielt er im Pooca einen kurzen Solo-Set vor der „String´n´Base”-Show ab 22:30 Uhr und mit der Union am 26.03. in Angie´s Nightclub ein paar Songs bei Ingo Pohlmann´s „Rocker vom Hocker”.


Hingehen lohnt sich (nicht für Kim Frank).

Frühling in “Ufffz”

Tante Regina

Tante Regina

Huch, huch, schon wieder Frühling! Vor Vergnügen klatsche ich in die kleinen Hände. Der meterdicke Eispanzer, der die Stadt „Ufffz” den Winter hindurch in eine erstarrte, nur leicht schwankende Wackelpudding-Landschaft verwandelt, beginnt abzutauen, zunächst langsam, mit der Ruhe und Gelassenheit des immer wiederkehrenden Routiniers, um dann unvermittelt, in der Raserei eines Sterbenden, der noch nicht bereit ist zu gehen, als alles verschlingender, reissender Strom ein letztes mal zu wüten.

Dann wird es ganz still. Die Toten treiben praktischer Weise mit dem abfliessenden Tauwasser in ein Siel und verschwinden darin, mit gurgelndem Geräusch, lassen die Hinterbliebenen mit deren bisschen Leben in der Stille zurück.

Doch schon bald zwitschern die ersten Varane, das Heizkraftwerk sondert stotternd einige schwarze Wolken ab und die Bewohner von „Ufffz”, die nicht von der Katastrophe hinfort gespült wurden, vergessen diese binnen weniger Minuten, denn nun beginnt eine der schönsten Jahreszeiten, die „Saumilch-Saison”!

Ein Trend, der sich seit Jahren ungewöhnlich hartnäckig in „Ufffz” etabliert hat. Zunächst tranken lediglich die Reichen in geringen Mengen das köstliche Nass. Die Saumilch war der Renner auf erlesenen Banketts und wurde gern zur „Katzenpomade”, einem ebenso elitären Stockfisch gereicht.

Als dann erste Fotos bekannter Schauspielerinnen auftauchten, genüsslich an den Saunippeln nuckelnd, war auch das gemeine Volk nicht mehr zu halten. Durch den regen Zulauf und die gute Bezahlung entdeckten die Säue schnell ihre kommerzielle Chance, liessen sich im Winter schwängern, bissen dann die Neugeborenen weg, zugunsten zahlungskräftiger Abnehmer.

Auch Mutti und ich haben eine Stammsau, sie nennt sich Regina und wenn die Zeit gekommen ist, schickt mich die Mutter mit einer zinnernen Kanne und einem Großteil des Geldes, das wir vorbei treibenden Leichen abnehmen konnten, zu ihr.

„Tante Regina”, wie ich sie vertrauensvoll nenne, wohnt nur ein paar Straßen weiter und ich gehe gern hin, denn sie ist eine sehr nette, gütige Sau, wenn man nicht gerade ihr Junges ist. Sollen die blöden Ferkel doch sehen, wo sie bleiben.

Mutti hat mich auch oft weggebissen, immer wenn ein neuer Herr zum „Karten spielen” vorbei kam. Doch ich habe mich durchgesetzt, kam immer wieder. Und? Was ist aus mir geworden? Na ja.

Meist erzählt „Tante Regina” schöne Geschichten, während man sie anzapft. „Zwei Liter bitte, Tante Regina”, sage ich, als ich an der Reihe bin. „Setz dich doch, mein Junge und nimm erstmal einen Schluck!” Ich bedanke mich und lasse mich an einer frei gewordenen Zitze nieder, zwischen dem Pfarrer und Herrn Keppler von Gegenüber, der sich für diesen Spaß alle Zähne hat ziehen lassen.

Nun hat die Saumilch den großen Vorteil einer stark halluzinogenen Wirkung mit nicht unbeträchtlichem Suchtcharakter, einige der vormals honorigsten Bürger liegen zur Saumilch-Zeit wochenlang bei Tante Regina rum, durch den hohen Nährwert ihrer Milch ganz aufgedunsen, hören sie sich ihre Geschichten an, oder träumen ein wenig, oder beides. Wenn dann das Geld, welches man vorher an die Tante zahlt, ganz und gar abgegolten ist, tritt Regina die unablässig saugenden einfach mit den Hinterläufen vom Gesäuge weg, wo sie sich dann benommen etwas sammeln können und entweder neu bezahlen oder abhauen.

Mich mag sie, glaube ich, denn ich darf immer ein wenig umsonst ran, bevor ich die zwei Liter für Mutti zapfe. Dann erzählt sie mir von fremden Welten, in denen ein zürnender Gott namens „Peterkraus” die Erde beben lässt und wo die Leute „Gudrun” oder „Christian” heissen. Dann muss ich gehen, zahlungskräftigeren Kunden weichen.

„Nun ist es Zeit für dich, mein Junge”, sagt Tante Regina zärtlich und ich erkenne in der Schlange hinter mir „Echt Stonesdorfer”, den Bürgermeister und seine verdammte Playboybande.

Mit dem köstlichen Geschmack der Phantasie im Mund bedanke ich mich bei Tante Regina und mache mich torkelnd auf den Heimweg, der Mutter entgegen, die mir schwitzend und mit gebleckten Zähnen die Milchkanne aus den Händen reissen wird, um sich dann tagelang nicht mehr blicken zu lassen. Die schöne Frühlingszeit.

Union Beulshausen live in Hamburg

info folgt

Guns´n Hoses

Glaubt man den Gerüchten unfrankierter Rückumschläge dieser Tage, so planen die Herren der schwarzen Wolke, „Union Beulshausen”, zum Erscheinen der neuen Platte eine schöne Reise zum Mond. Da das sowieso wieder nicht klappt, gibt es ersatzweise ein Konzert mit anschliessender Swingerhochzeit als Trostpflaster.

Am 14.05.09 steigt die erste abendfüllende Show in Hamburg, im  „Music-Live-Club”, Fruchtallee 36, 20259 HH- Eimsbüttel!

Traum von neuen Welten

WeltenEs war bereits in den frühen Morgenstunden, noch war es dunkel, doch die Dämmerung hatte sich durch das erste, noch zaghafte Gewusel auf der Straße vor meiner Kammer angekündigt. Ich lag in tiefem Schlaf und träumte einen seltsamen Traum, einen von denen, die schon ein wenig Fracksausen hervorrufen können. In diesem Traum nun war ich aufgewacht, viel früher als nötig und ich ärgerte mich dessen sehr, da es zusätzlich in der Blase drückte, die um Entleerung flehte, so dass ich gezwungen war, aufzustehen.

So quälte ich mich dann aus dem warmen Bett, hinaus in die ausladende Kälte des Hausflurs und gelangte nach wenigen, gewohnten Schritten ins Toilettenzimmer. Um die Aufsicht über eine eher scheinheilige Hygiene zu wahren, gibt es hier als Beleuchtung an die siebenundzwanzig Flak-Scheinwerfer, die bei Betätigung des einzigen Lichtschalters gleich neben der Tür, allesamt auf einmal mit einer Million Lux die müden Augen des sich noch im Halbschlaf befindlichen zu verätzen drohen.

 

Die Alternative, sich im Dunkel zu entleeren war auch nicht viel besser.

Erst vorgestern hab ich von der alten Küster den Wischlappen um die Ohren bekommen, weil wohl wieder literweise daneben gegangen war.
Also lieber Licht an und halb blind, vorsichtigen Schritts, die Keramikschüssel ertastet, nach weniger als einer Minute erfreulicherweise das Augenlicht wieder erlangt, das Vorhaben erfolgreich erledigt und blinzelnd abgedreht, nicht ohne einen hastigen Blick in den Spiegel zu tun.

Sicher, dieser Spiegel war ziemlich verdreckt, voll mit allerlei Unheil der dreizehn Personen auf unserer Etage, die ihn nutzen und selten reinigen, aber das, was der Spiegel mir hier entgegen bleckte, hatte mit profaner Verunreinigung wenig zu tun.

Ich starrte in eine von Schmutz freie Fläche und sah, wie konnte es anders sein, mich selbst, doch sah ich nicht so aus, wie üblich. Irgendwie krank sah ich aus, ganz dünnhäutig. Als ich genauer forschte, mich an das gleissende Licht gewöhnt, entdeckte ich eine Art Milchschorf gleich hinter meinem rechten Ohr, das aussah wie ein alter Salzsee und dessen trockenste Partikel sich durch leichteste Berührung von der Oberfläche zu lösen begannen. Unterhalb dieser, nun zu großen Teilen abgefallenen Kruste, zeichnete sich statt der üblichen, rosigen Gesichtshaut ein beträchtlicher brauner Fleck ab.

Leicht beunruhigt, betrachtete ich nun die andere Hälfte meines Gesichts und stellte den selben Vorgang auch dort fest, überall löste sich der helle Schorf und hinterliess die braunen Flecken, die seltsamerweise die Formen aller mir bekannten Erdteile angenommen hatten. Auf meiner Nase machte sich der alte Kontinent Europa breit und meine Untersuchungen brachten sogar so etwas wie Italien zu Tage, wo sonst mein stattlicher Schnauzbart seinen Stammplatz inne hatte.
Die übliche Kontrolle der fortschreitenden Geheimratsecken ergab ein mittleres Fiasko, da sich ganze Haarbüschel wie von selbst aus ihrer vormals stabilen Verankerung befreiten und zugunsten einer blauen Flüssigkeit, die mittlerweile mehr als zwei Drittel des schützenden Schädels bedeckte, in das schmuddelige Waschbecken fielen.
Innerhalb nur weniger Momente war mein Kopf ganz kahl, kein Haar war mehr auszumachen in dem tiefblauen Ozean meines Hauptes, der sich nun aufmachte, auch in die von Flecken freien Zonen meines Gesichts zu sickern.

Wo ich anfangs Zweifel hegte, manifestierte sich nun eine seltsame Gewissheit. Mein gesamter Kopf war zu einem Planeten geworden, der unserer Erde nicht unähnlich zu sein schien. Das blau meiner Augen mischte sich mit dem der flächenmässig vorherrschenden Meere, die Kontinente ergingen sich in pausenloser Verschiebung ihrer Erdplatten, formten Berge, die zum Klettern einluden, sowie den einen oder anderen See, der vielleicht schon bald Badegäste anlocken würde.
Mein Kopf, Nährboden einer neuen Welt! Ich war unendlich Stolz, denn das war, wenn auch ohne wirklich eigenes Zutun das Beste, was ich je geschafft hatte.
Zudem schien diese Welt gänzlich unbewohnt, was zur Folge haben würde, dass ich, ihr göttlicher Träger und Grundstock, die Ehre inne hatte, sie mit den Personen meiner Wahl zu besiedeln. Da mich die bleierne Müdigkeit übermannte und man als Schöpfer bekanntermassen auch mal ruhen darf, beschloss ich, den Exodus auf den nächsten Morgen zu verschieben.

Man kann sich vorstellen, dass der anschliessende Schlaf angesichts dieser bedeutenden Ereignisse ein recht unruhiger war und von kurzer Dauer.
Als ich ein weiteres Mal erwachte, stürzte ich kurzerhand in Muttis Schlafzimmer, die schon wach war und mit einem Berber in Unterhosen Schnaps trank. Die freudige Nachricht, sie könne ihre Koffer packen und fortan mietfrei auf meinem Kopfe wohnen, stiess auf völliges Unverständnis seitens der Mutter, die mich lallend des Zimmers verwies, ich solle mir erstmal „die Fresse waschen”, bevor ich so große Töne spuckte.

Ein klein wenig enttäuscht, trollte ich mich in das Toilettenzimmer, den strikten Befehl der Mutter folgend und wischte mir mit Waschlappen und Kernseife mehrmals quer über´s Gesicht, bis mir siedend heiß einfiel, dass ich ja nun für eine fragile, neue Welt verantwortlich war, mit der man sicher sehr behutsam umzugehen hatte.
Die Augen, eben noch schützend vor der beissenden Seife zusammengekniffen, sahen nun, in allem nur erdenklichen Schrecken weit aufgerissen in den Spiegel, dessen sich in der Zwischenzeit jemand erbarmt hatte, der blitzblank geputzt war.

Statt der so verheissungsvollen, jungfräulichen Welt, glotzte mir mein makelloser, spanisch anmutender Teint entgegen, in schrecklichstem Entsetzen und von heillosen Verlustängsten geplagt, tastete ich das großflächige Gesicht nach den vor Stunden noch blühenden Kontinenten ab, vermochte jedoch nicht mehr die geringste Erhöhung oder Vertiefung in der ebenmässigen Haut zu erkennen.

Ich durchwühlte das dichte Haupthaar, wo sich eben noch ganze Meere ergossen hatten und musste den Tränen nah feststellen, dass ich alles verloren hatte, was noch in der vergangenen Nacht meinem Selbstverständnis als Weltenlenker so reichhaltig Nahrung bot.

So hatte ich mich dann wieder, einer weiteren verheissungsvollen Chance im Leben beraubt, aufzumachen, mit ein paar Butterbroten bestückt, in eine Welt, in der andere das Sagen hatten, um mich abzuschuften für die, die so schlau waren, keinen Waschlappen zu besitzen und die mir das täglich zu spüren geben.
Vielleicht sollte ich das nächste Mal genauer überlegen, wen ich auf mir wohnen lasse, denn eine neue Welt ist wohl doch recht scheu und wählerisch.

Union Beulshausen live in Hannover

logo_123_800x533Wie man leicht im Kaffeesatz vergangener Tage lesen kann, spielt die beliebte Tanzgruppe „Union Beulshausen” am 03.04.09 als Support für den unvergleichlichen Nils Koppruch in Hannover im „Indiego-Glocksee”!
Besonders Beulshausen freut sich auf ein Wiedersehen mit der Stadt, die ihn vor vielen Jahren achtkantig rausgeschmissen hat. 
Tip: schaut mal „nilskoppruch.de”,  große Kunst!

Benny, the interceptor!

entrada-da-nang-webNeulich, als so Sturm war, wehte mir ein Zettel ins Gesicht, darauf stand, ein alter Herr hätte gesagt, dieser Hitler wäre ein netter Kerl gewesen. Weil ich das nicht so recht verstand und es sich irgendwie biss mit dem, was ich über den netten Kerl gehört hatte, gehe ich jetzt öfter raus, wenn´s windet und stürmt, da ich hoffe, einem anderen verirrten Zettel so etwas wie eine Fortsetzung, eine Erklärung dessen zu entnehmen.

Heute war es endlich so weit. Ein weiteres Blatt Papier, wohl in Eile von irgend einem Journalisten bekritzelt, ein Schmierzettel, hastig beschrieben, in der sicheren Erwartung des Todes ob der Brisanz seiner Kenntnis. So malte ich es mir jedenfalls aus, als ich die Nachricht entzifferte. Ein anderer alter Herr, der sich rücksichtslos “Papst” nannte, wollte im Vollrausch den Josef Mengele heilig sprechen, bevor sich rausstellte, das er es selber war und nur gern verkleidet betet. Schnell und voller Angst warf ich den Zettel von mir und lief im Galopp nach Hause, monoton vor mich hinschreiend, ich hatte nichts gesehen, aber auch gar nichts.

 

Hoffentlich klingelt’s nicht gleich, ich ziehe für einige Tage unter den Küchentisch, denke ich.

 

Mit diesen alten Herren ist nicht zu spaßen, glauben sie mir!

Union Beulshausen Phase III beginnt

logo_145_800x533Nach Angaben klangvoll schnalzender Zungen, ist das heisseste Trio der bekannten Welt, Union Beulshausen mit Sack und noch mehr Sack in die „Prinzenpark”-Studios zu Kalle Roggenbuck nach Osdorf gezogen. Ziel dieser Reserveübung sei das neue Album, das laut Bauplan Anfang April erscheinen möchte und, wie wir Beulshausen´s kaputtem Sampler entnehmen konnten, „viel härter ist, als das letzte!” 

Die Aufnahmen laufen perfekt, schon nach zwei Tagen ist die gesamte ägyptische Luftwaffe eingeäschert und man kann sich u.a. auf eine neue, eisenharte Boden-Luft-Version von „4 oder 5″ freuen, bis man ganz grün ist im Gesicht. Zudem wird ein Klassiker der NDW in unverschämter Überlänge eingespielt. Nehmen sie sich schon mal Urlaub. Die Union grüßt die Fans!

Nirgendwo ist “Ufffz”

studentenfutterSo habe ich mich nun festgesetzt, wie eine Laus im struppigen Pelz eines im Galopp dahin rasenden Lebens, mich nach Kräften festhaltend, um nicht erneut abgeschüttelt zu werden. Um bei der Wahrheit zu bleiben, war mein Versuch einer Berufswahl am „Scheidenweg” ein kompletter Fehlschuss, ein Schlag ins Wasser gewesen. Ganze drei Tage und Nächte hatte ich gewartet, hatte, leicht gerührt, lächelnd gestanden, war keinen Zoll gewichen, doch jegliche Eingebung war gänzlich ausgeblieben.

 

Nicht, dass ich keine Angebote gehabt hätte. Schon am dritten Tag kamen einige Mönche an meinem Stehplatz vorbei, die sogleich begannen, mich heiß zu umwerben, da ihre Religionsgemeinschaften nach eigenen Aussagen im Schrumpf begriffen seien. Einer drängelte sich vor und schüttelte mir überschwänglich die Hand. Er trug eine schicke Uniform, sein rechtes Auge war mit einer schwarzen Klappe bedeckt, das andere flackerte unruhig, als er sich vorstellte.

 

Sein Name sei „Tom Graf Schenck” und er hätte die Welt von Verrätern zu säubern, ob ich nicht helfen wolle, dann würde ein Raumschiff kommen, mich zur Belohnung irgendwohin mitnehmen, während alle anderen in die Luft gesprengt werden.

 

Doch noch bevor ich diesem interessanten Angebot zusagen hätte können, grölten jetzt die anderen Mönche wild durcheinander, ich bekam abwechselnd Offerten als „Papst”, „Ketzer” oder „Bettelsack”, doch gemäß meiner alten Schwäche war ich ein weiteres mal nicht in der Lage, eine wichtige Entscheidung, meine Zukunft betreffend, zu tätigen.
Gerade hatte ich mich fast für einen Job als „Leichentuch Christi” entschieden, da bekamen sich die eifernden Mönche in die Haare und begannen, sich zu kloppen.
Als erstes gingen die mit den Schnurrbärten auf den kleinen mit der Augenklappe los und prügelten ihn krankenhausreif, bevor dieser eine „Walther PPK” zückte und wild um sich schoss. Dabei erwischte er einen Typen namens „Bischof” am Kopf, der daraufhin, grünes Zeug spuckend, die Seinen aufforderte, die Schnurrbärte an komische Kreuze zu nageln.
Und wie so oft gingen meine eigenen Interessen, ein letztes Mal wissend nach Luft schnappend, im Gerangel der Gläubigen gnadenlos unter. Die gesamte Prozession rollte sich nun prügelnd, schreiend, schiessend und nagelnd den Hang herunter, der Stadt entgegen, die mir die schwere Last ehrlicher Arbeit abforderte, im Gegenzug für eine gesellschaftliche Akzeptanz, die mir im Grunde schnurz war, auf die ich, wenn auch leise, pfiff.

 

Ich fühlte einen Trotz in mir, eine aufsteigende Wut, die mir in der Entscheidung, meine Richtungssuche abzubrechen, entscheidend half. In der Dämmerung des vierten Tages, setzte auch ich mich in Bewegung in Richtung Stadt, strebte den Mönchen hinterher, entschlossen, irgendwie unter einem Vorwand an der Mutter vorbei in unsere Wohnung zu gelangen, um mich dort nach Leibeskräften am Bett festzukrallen.

 

Während ich zögerlichen Schrittes den „Scheidenweg” verliess und in den, runter nach „Ufffz” führenden Feldweg einbog, dachte ich an die ganzen verlogenen Bürger dieser Stadt, die dort auch meine Auffassung von Moral und Normalität zu bestimmen suchten.

 

Die in großer Zahl immer noch jeden Morgen pünktlich aufstanden, sich die Arbeitsklamotten überstreiften, die Bärte ihrer Ehefrauen küssten, um sich aufzumachen, hin zum alten Heizkraftwerk, welches schon lange keine Beschäftigung mehr bietet und so führerlos wie ausser Betrieb vor sich hin rostet. Dort treffen sie sich, fummeln acht Stunden mit Mittagspause an irgendwas rum, um dann, pünktlich um vier nach Hause zu tippeln, wo sie noch immer steif und fest behaupten, Arbeit zu haben und stolz darauf zu sein.
Wenn sich ihre bärtigen Frauen über fehlende Kontoeingänge beschweren, fluchen sie eben ein wenig über die mangelnde Zahlungsmoral in der heutigen Zeit. Dann ging man über zum Tagesgeschehen und so manch einer dieser Pharisäer hat sich schon bei meiner Mutter über meine bahnbrechende Faulheit beschwert. So geht das seit über drei Jahren.
In meiner Grübelei stiess ich mit der Spitze meines Schuhs gegen ein unachtsam liegen gelassenes Pfandhirn. In „Ufffz” laufen die Leute in der Regel mit schnittigen, nur das nötigste denkenden Gehirnen durch die Gegend, da zu viel der Denkerei als die Wiege des Irrsinns angesehen und scharf verurteilt wird.

 

Nur den Regierenden und den, sich im regen Austausch mit anderen Städten befindlichen Studenten ist es gestattet, vor Konferenzen oder schweren Prüfungen, ein voluminöseres Pfandhirn einzusetzen, um sich gegenüber der restlichen Welt nicht öffentlich zu blamieren.
So ein Pfandhirn ist recht teuer in der Anschaffung, daher ist die Rückzahlung bei Abgabe nicht unbeträchtlich. Ich steckte es in meinen schlaffen Rucksack, im festen Vorhaben, es unten in der Stadt gegen ein kleines Wohngeld einzutauschen, der Mutter einen Teilerfolg vorzugaukeln, für ein paar weitere Tage Gnadenfrist.

 

Der Zufall wollte es, dass mich mein Weg nach Haus an der offen stehenden Tür des Backstage eines großen Schachturniers vorbei führte. Dieses mal ließ mich meine kriminelle Energie eine Blitzentscheidung treffen. Ich räumte in einem Affenzahn die Regale mit Spezialtaktik-Gehirnen leer, steckte sie in meinen Sack und entkam unbemerkt über den Hinterhof der „Gaunerei Friedrichs”, der grössten Bank von „Ufffz”.

 

Als ein ebenso großes Glück erwies sich das plötzliche Anberaumen einer unangekündigten, wichtigen Prüfung im Bereich Architektur an der „Brian Jones- Universität” von „Ufffz”, einher gehend mit grenzenloser Panik unter den Studierenden.

 

So wurde ich meine Beute bei reissendem Absatz innerhalb weniger Minuten los und verdiente mehr Geld als Mutti beim „Anschaffen” in einer ganzen Woche.

 

Der Mutter log ich vor, das viele Geld als „Mietomi” verdient zu haben, was ich auch als meinen Berufswunsch angab. Seitdem ist erstmal Ruhe auf dem Gebiet und ich darf endlich wieder den ganzen Tag fernsehen. Fern in eine Welt, die ich nicht verstehe, die mich fasziniert, die ich oft befrage, die nie antwortet. Vielleicht morgen.

Guntram Krasting zurück aus Ascaban

gunwebDarth Krasting, bekannt als Regisseur der Johnny Liebling Videos „An guten Tagen“ und „Nein Danke“, ist zurück in der Welt der Menschen und bemüht sich, noch in diesem Quartal die Arbeiten am sensationellen Clip zum Song „4 oder 5“ zu beenden. Das genaue Erscheinungsdatum ist noch nicht klar, da Krasting, permanent abwechselnd von „Hutu-“ und „Tutzi“-Rebellen aufgeschreckt und nach dem Weg gefragt wird, das kostet Zeit! 

Bis es soweit ist, zeigen wir euch einige wundervolle Bilder der Union in Action, ebenfalls von Krasting kürzlich in einem Etablissement in Montreux namens „L´église des queues“ geschossen (Ansehen in der Galerie)

Am Scheidenweg! Neues aus “Ufffz”.

herr-b-am-scheidenwegWie immer, wenn man sich sicher ist, dass ein neues Jahr beginnt, hat man sich zunächst mal zu fragen, was man wohl überhaupt damit anfangen will und ob man es auch wieder zurück geben kann, sollte es sich als ungenügend nutzbar erweisen.

Ob man beispielsweise ein Umtauschrecht bis April eingeräumt bekommt, wenn man bis dahin dem neuen Leben nicht den winzigsten Erfolg abzuringen imstande war?

 

Dies waren die ersten Gedanken, die es schafften, sich im neuen Jahr in das dichte Gedränge meines Kopfes zu schleichen, um dort nach Leibeskräften zu spuken. Es war bereits der 3. Januar, das konnte ich am Einfallswinkel der blass und ungesund aussehenden Sonne erkennen, die mich unsicher begrüßte, während ich langsam aufzutauen begann.

 

Ich war wohl von Silvester liegen geblieben, die 21 Kinder der Turbanskis aus dem 3. Stock hatten mich mit ihren Buntstiften schön angemalt, wie so oft mit nationalsozialistischen Hoheitszeichen und Kritzeleien bedacht, die sie in Ermangelung jeglicher Schulbildung für Buchstaben hielten. Der infernalische Lärm ihrer vielen, kleinen Kehlen ging in hartnäckige Konkurrenz mit der Neujahrsparade des Stadtrats von „Ufffz”, die wie üblich direkt an unserem Haus vorbeizog. Zu Beginn eines jeden Jahres ist es hier seit langer Zeit die Regel, dass der Bürgermeister, sowie die höchst gestellten Persönlichkeiten von „Ufffz” eine Parade abhalten, um der, für diesen sehr kargen und ungeliebten Monaten nach Weihnachten üblichen Jammerei des Fußvolks entschieden entgegen zu treten. So wurde also der Januar zum „Wonnemonat” ausgerufen und unmissverständlich mit Klageverbot belegt.

 

Die Granden der Stadt waren gesammelt auf prächtigen Ochsenkarren zugegen, sich im Überschwang zu prostend, während ich meine Zehen wieder spürte. Die Prozession, gestartet am Erotikkino „Oase”, Ziel war das alte Heizkraftwerk, schleppte sich just in diesem Moment an unserem Haus vorbei, bis vor dessen Treppenaufgang ich es immerhin geschafft hatte. Weil es in „Ufffz” gar keine Ochsen gibt, werden jedes Jahr einige honorige Bürger ausgewählt, welche die Gold geschmückten und dadurch schwer gewichtigen Karren durch die Stadt ziehen dürfen. Vor dem Karren des Bürgermeisters erkannte ich deutlich Herrn Kassius, den Schlachtermeister, der trotz schneidender Kälte so stark schwitzte, dass sich seine Holzpantinen aufzulösen begannen. Er hatte blütenweissen Schaum vor dem Mund. Herr Döbler, ein arbeitloser Despot, war vor dem Fahrzeug eines sehr beleibten Senators zusammengebrochen und wurde von diesem ganz blutig gepeitscht.

 

Die Leute, die die Straße säumten, jubelten auf unnachahmlich liebevolle Art ihren Regierenden zu. Eine Hand in der Luft, deren Mittelfinger vollends erhoben, der Rest zur Faust geballt, mit dem Zeigefinger der anderen den linken Nasenflügel verschließend, während aus dem rechten ein Schwall des so beliebten „Spice” mit der Wucht eines Atemstoßes geschleudert, auf der Uniform eines Amtsträgers plakativ, wie eine Art Orden, haften blieb. Die Stadtväter ihrerseits werfen für gewöhnlich großzügige Mengen „Dönekens”, die Weichteile des Paradoxons, einer in der Halbsavanne lebenden, kantigen Büffelart unters Volk, welches gar nicht genug davon zu bekommen schien. Nur dem Bürgermeister, der sich, allem überdrüssig „Echt Stonesdorfer” nennt, ist es vorbehalten, zusätzlich zu den „Dönekens” noch leere Worthülsen und Wachstumshormone zu werfen.

 

Die Turbanski-Kinder hatten bereits die Taschen ihrer Beutelhosen bis zum Rand voll davon und wurden erst von „Tommi”, dem Hund der alten Küster verjagt, der gleich zwei von ihnen tot biss. Omma Küster war samt „Tommi” aus ihrer stickigen Bude gekrochen, um im Heizkraftwerk zu beten, denn sie war sehr Wärmegläubig. „Tommi” war in Wirklichkeit eine dieser großen Ratten aus den Glenns, deren Haltung in „Ufffz” streng verboten war, doch bisher war es noch niemandem gelungen, dies zu beweisen. Als die alte Küster mich so hilflos daliegen sah, ergriff sie die sich selten bietende Gelegenheit, stieß mir ihr Holzbein in die Rippen und rief: „Tommi, schnappschnapp!”, woraufhin mir die fette Ratte ins Gesicht biss, hektisch mit der pelzigen Zunge die Augen suchend. Erst die Mutter, eiligst herbei gesehnt, kam mit einem Schneidbrenner und rettete, was zu retten war. Die Küster und „Tommi” verzogen sich, beide mögen kein Feuer. Mutti taute mich mit dem Gerät fast vollständig auf, dann flohen wir vor dem Rummel der Straße, hoch in die sichere Wohnung. Oben angekommen, gab es auch gleich die Neujahrsgardinenpredigt der besorgten Mutter.

 

„Junge, jetzt muss mal Schluss sein mit dem Kinkerlitz”, sagte sie, „mit 43 Jahren wird es jetzt entweder Zeit für die Pubertät, ein Schein-Fernstudium oder eine Schein-Fernselbstständigkeit, Hauptsache Fern!” 

 

„Mach´ ich morgen!”, versuchte ich sie zu beschwichtigen, doch die Mutter war fest entschlossen: „Pack deine Sachen, du gehst noch heute Abend zum „Scheidenweg”!

 

Der „Scheidenweg” dient seit Jahrhunderten der traditionell unschlüssigen Einwohnerschaft von „Ufffz” als Entscheidungshilfe. Am Waldrand gelegen ist er besonders am Sonntagmorgen gut besucht, wenn die Leute nicht wissen, ob sie Rührei oder Spiegelei wollen.

 

Die Mutti fuhr mich eben noch mit dem „Trampelrad” rum, einem Fahrzeug mit dreieckigen Rädern, welches wir dem Starrsinn von „Ufffz” Meistererfinder „Little Derrick” zu verdanken haben, dann stehe ich allein, mit von Regenwasser gefüllten Augen am „Scheidenweg”, schaue der immer geringer erscheinenden Gestalt der Mutter hinterher und frage mich, was wohl dieses Jahr aus mir werden soll.

Neujahrskonzert der Union Beulshausen

montreuxBonn-dpa

Um nachdrücklich ihren Siegeswillen für das neue Jahr zu bekräftigen, spielt die Union ein Konzert für diejenigen, die auch nach Silvester noch bereit sind, sich für eine Unze Crack bis zur Unkenntlichkeit zu erniedrigen. Zusammen mit dem Ohlsen Syndrom und dem Pack am Sa. 03.01.09 ab 20:00 Uhr im LOGO! Christoph Drave, Rüdiger Hensel und Beulshausen selbst danken dem Publikum aus der Vergangenheit im längst vergessenen Jahr 2008!

2009 ? Nie gehört…

sitting-1webGestern spielte ich, im Rahmen meiner Sozialstunden wegen der alter Küster, in einem Waisenhaus ein wenig Cha Cha Musik für die  frühen Abendstunden. Eigentlich vom Bodenpersonal eingeteilt, die Scheißhäuser einer Grundreinigung zu unterziehen, hatte ich vorsorglich meine Gitarre mitgebracht, um derlei Unappetitlichem dadurch zu entgehen, dass ich für die Elternlosen ein paar schmissige Lieder spielte, damit sie in ihrem Schmerz zusätzlich noch die Sinnlosigkeit des Lebens erkennen konnten.

 
Während der letzten Takte meiner zweifellos genialen Darbietung, zwei der sieben Zuhörer hackten schon mit Esslöffeln auf ihre Pulsadern ein, der Zivi hatte den Klodienst aufgedrückt bekommen, drängte sich eine kleine, geheimnisvolle Prozession eilig über meine imaginäre Bühne zum Ausgang hin, scheinbar auf große Diskretion bedacht. Typen in schwarzen Anzügen und Sonnenbrillen, von denen einer gleich meine Gitarre mit Karacho am Türrahmen zerkloppte, wohl um die Wichtigkeit seiner Unternehmung im Verhältnis zur meinen zu unterstreichen.

 
Der Zerklopper und ein anderer waren  schon an mir vorbei gedrängt, weitere folgten, die in ihrer Mitte etwas Kleineres, Unförmiges zu schützen, zu verbergen suchten. Die Leiterin des Waisenhauses, eine Frau Schuppe dirigierte das Grüppchen, die Arme weit ausgebreitet, die zu Leitenden symbolisch umfassend, gen Ausgang hin. Fast waren sie alle schon zur Tür heraus, da stürzte einer der Sicherheitsleute über ein paar achtlos liegen gelassene Liebeskugeln, schlug lang hin und man konnte für einen Wimpernschlag deutlich erkennen, wen sie hinter ihren massigen Körpern versteckt hielten. Ganz kurz kreuzte mein neugieriger Blick den der kleinen Frau, die nun Schutz suchend, irritiert um sich spähte aus kleinen, verschlagenen Augen.

 

Kein Zweifel möglich, die Frau erkannte ich am Dekoltee! Die Merkelsche!
Die Kanzlerin der Herzen, die, die selber kocht, wenn mal ein anderes Politikerpaar zum Essen kommt! Gern hätte ich sie angesprochen, doch schon wurde der kleine, drollige Körper hinfort gerissen, die Gruppe war zur Eingangstür hinaus geflutet und Frau Schuppe hatte diese wieder verschlossen und blieb selbst demonstrativ noch einige Minuten davor stehen, um den Rückzug der seltsamen Besucher zu decken. Dann ging sie entschlossen,  raumgreifenden Schrittes in ihr Büro, drehte hörbar den Schlüssel im Türschloss und war für niemanden mehr zu sprechen. Mir wurde gesagt, ich könne nun nach Hause gehen und mir ein oder zwei Waisen mitnehmen. Unter dem Vorwand, mir welche aussuchen zu wollen, stahl ich mich in den Korridor mit den vielen Türen, aus dem die Prozession gekommen war und in dem ich Konspirativstes zu erfahren hoffte.

 

Was machte die Kanzlerin nach Weihnachten in einem Waisenhaus? Auch Sozialstunden? Wohl kaum! Neben jeder der Türen war in Augenhöhe ein Plastikschild montiert, in das ein dünner, bedruckter Streifen Papiers geschoben war, der auf den Rauminhalt hinwies.  Gleich die erste Tür, an der stand “Vollwaisen”, war zugesperrt. Eine Tür nach der anderen klapperte ich ab, “Halbwaisen”, “Art & Waisen”, “Waisenmehl”, alle verschlossen. Hinter der vorletzten saß ein “Zonk” und ich wollte schon aufgeben, als ich die letzte Tür des Korridors einen Spalt weit aufstehen sah. Ich linste auf das dazugehörige Schild: “Wirtschaftswaisen” stand da geschrieben. Hoffentlich nicht noch ein “Zonk” dachte ich, dann hätte ich einpacken können. Gerade war ich im Begriff mit zartem Finger anzuklopfen, da öffnete sich die Tür, die gerade noch fast vollständig angelehnt, lediglich einen Lichtschimmer vom Inneren des Raumes preisgab, und ein eiskalter Luftzug drohte mir den Atem zu rauben.

 

Es war niemand zu sehen, obwohl ich den Eindruck hatte, dass gerade mindestens eine Person an mir vorbei gehuscht war.
Dann wurde ich mit dünner Stimme („…der Nächste bitte!“) hereingebeten. Drinnen war man offenbar verwundert über meine scheue, zurückhaltende Art. „Noch nie einen Profillosen gesehen?“, wollte eine Stimme aus dem Gegenlicht des Waisenraumes wissen, doch da mein Gesicht weiterhin offenen Mundes, fragend in die Flut aus Kerzenlicht starrte, antwortete die Stimme lieber gleich selbst. „Man kann sie nur von vorne oder hinten sehen, von der Seite sind sie unsichtbar. Aber kommen sie doch rein!“ Das einzige Fenster des Raums war mit einem „Status Quo“-Starschnitt zu gehängt, dem Rick´s rechte Hand und John´s Kopf fehlten.

 

Tastenden Schrittes, einen Fuß vorsichtig vor den anderen setzend, betrat ich den Raum und sah mich schüchtern um. Das Zimmer war nicht sehr groß, aber gemütlich. Im warmen Schein mehrerer Kerzen, deren Wachs unkontrolliert auf die kärglichen Möbel, dann weiter auf den Linoleum- boden tropfte, waren fünf Etagenbetten vorherrschend. Einmal zwei, ein- mal drei übereinander, jeweils rechts und links des Eingangsbereichs platziert. Hier war zweiffellos die Putze lange nicht gewesen, aber das hatte mich nicht zu kümmern. Meine Aufmerksamkeit galt vielmehr den Wichten, von denen ich fünf zählen konnte, jeder im Schneidersitz auf einem der fünf Bettchen kauernd, grinsend, mit schneeweissen Bärtchen, strickend. Mich oder aber irgendjemand scheinbar erwartend.

 

Aus eben dieser Situation entwickelte sich folgendes Gespräch, das ich Ihnen, liebe Leser hier dokumentiere, aus bestmöglichen Gedächtnis und bei meiner Ehre, in tieftster Wahrheitstreue, unverfälscht, nur ein wenig in Form gestriegelt.

 

„Ich hab´keine Ahnung, was ein Profilloser ist und euch kenne ich auch nicht, aber kann ich hier mal schiffen?“ Meine Eröffnung gelang tadellos. Für die Wichte sprach ein Herr mit Namen „Herr Nilsson“, welcher gleich auf dem ersten Bettchen saß und mich glauben liess, er sei der Anführer der Wichte.

 

„Wehe, du pinkelst uns in die Hütte!“ Herr Nilsson schien ein wenig überspannt. „Dreh dich mal“, befahl er und machte eine fordernde Handbewegung mit seinem Strickzeug, das er kaum aus den Augen liess. Ich drehte mich, sodass er mich von der Seite betrachten konnte und er schien zufrieden. „Na wenigstens Profil!“, lobte der Wicht und die anderen Wichte raunten sich Dinge zu. „Hierher kommen sonst nur die Lenker des Landes“, hob er an, „entweder sind es Profillose oder die ohne Rückgrat, die von ihren Leuten her gebracht werden. Wir stricken hier nämlich an der Zukunft!“ Jetzt lächelte Herr Nilsson.

 

„Dann seid ihr die fünf Wirtschaftswaisen?“ „Jep.“ „Dann sagt doch mal, was geht denn ab in 2009?“, fragte ich erregt.
„Die Quaste pudert auch den Po!“, rief ein anderer Wicht vom zweiten Bett herunter, eine Zeitung anstarrend, deren Buchstaben auf dem Kopf standen. „Das ist „Hohlbratze“, unser erfolgreichster Augure, er spricht nur in Rätseln!“, wirft Herr Nillson erklärend ein. Dann lachen alle hysterisch. „Was wird denn nun im nächsten Jahr?“ ,frage ich ein weiteres mal höflich. Wieder lachen alle Wichte mitleidig. „Mein lieber Junge…“, Herr Nilsson gibt sich sichtbar grösste Mühe, ernst zu bleiben, „…dieses 2009 ist reinste Utopie, nichts weiter als eine Modeerscheinung, eine Erfindung einiger rebellischer Jugendlicher!“

 

„Aber sie können doch nicht leugnen, dass auf 2008 unweigerlich 2009 folgen muss!“ Ich begann, nervös zu werden, heute war der 31.12.2008. „Sie können uns glauben, junger Mann, die Strickerei lügt nie, 2009 ist Quatsch, es gibt keine Hinweise auf ein solches Jahr!“ Herr Nilsson gab mir noch ein paar mies gestrickte Socken mit, dann bellte er heiser: „Der Nächste!“, und ich wurde erneut von Sicherheitsleuten, die einen Rückgratlosen hereinschleppten verdrängt, bis vor die Tür hinaus zurück in den Flur, wo ich ratlos ausrollte. Die Wirtschaftswaisen hatten meines Wissens noch nie richtig gelegen, aber was war, wenn sie dieses eine mal Recht behielten, wenn es weiter gar nichts geben sollte ab 24:00 Uhr? Wieder zu Hause bestellte ich einen Club Soda bei meiner Mutter. Während sie mir das Glas reichte, sah sie mich aus traurigen, geröteten Augen Hilfe suchend an. „Guten Rutsch, Junge!“

 

Sie hat es von Anfang an gewusst!

Knollenblätterpilzkrokant von 1976 voller Pestizide !

grundgens-kopieLiebe Familie,
bevor ich mich darin ergehe, euch einen, ein weiteres mal von Gefahren, Irrtümern, Fehleinschätzungen und radikalem Geldverlust geprägten Jahreswechsel zu wünschen, ist es mir ein unstillbares Verlangen, ja geradezu eine heilige Pflicht, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass der Verzehr von Knollenblätterpilzkrokantpralinen aus der Weihnachtsproduktion von 1976 nicht mehr angeraten ist. Irgendwas ist faul an den Dingern.

 

So waren sie am Heiligen Abend das einzige, was Mutti noch im Schrank hatte. Die Packung war bereits aufgerissen, Mutti um fünf schon bewusstlos, also leichtes Spiel für einen ausgehungerten Sohn. Gierig und mit zittrigen Fingern angelte ich Praline für Praline aus der Schachtel und machte mir nicht mal die Mühe, das lästige Staniolpapier zu entfernen, mit dem jeder der kleinen Kameraden ummantelt worden war. So wollte ich verhindern, dass meine Hände bei späterer, genauer Prüfung durch die  bestohlene Mutter nicht voller verräterischer Knollenblätterschokolade waren, die man so schlecht ab bekam. Kaum war die letzte der Leckereien im Schlund der Ewigkeit versackt, machte sich eine unangenehme Unruhe breit, in dem, im inneren des Körpers gelegenen Magensack schwoll Rebellion zu Umsturz, das war nicht zu ignorieren.

 

Also rannte ich auf das Wasserklosett, auf das wir sehr stolz sind, es ist unseres Wissens eins der ersten, die es auf der Welt gibt und wir teilen es mit den anderen zehn Mietparteien dieses Hauses. Kaum hatte ich die hölzerne Tür zum Lokus aufgebrochen, die alte Frau Küster mit ihrem Holzbein vom Schacht gezerrt und rausgeschmissen (die mit ihrer ewigen Verstopfung), mich selbst krachend auf die Brille gehievt, da brach er auch schon los, der Sturm der Gase, das immer währende Ringen des Meeres mit dem Land, die Apokalypse!

 
Und als hätte es als Buße für einen läppischen Diebstahl nicht ausgereicht, die ganzen Weihnachtsfeiertage auf dem Schacht zu verbringen, bekam ich zusätzlich Visionen, sah mich auf großen, bunten Gummibällen durch ein Weltall aus Staniolpapier hüpfen, die Klotür als die Pforte zum Universum gegen einen blassgrünen  Leviathan verteidigend (das war die alte Küster, die wieder rein wollte). Da ich mich nun nicht, wie vorgeschrieben beim Entleeren, mit dem Gesäß fest an die Brille presste, sondern wie besessen in der engen Toilettenhütte auf und absprang, die Knollenblätterschokolade aus allen Öffnungen meines geschundenen Körpers heraus katapultierend, gab es eine Riesensauerei und von der Mutter, die am 2. Weihnachtstag aufwachte, ordentlich was hinter die Löffel.

 

Doch die Vergiftung hielt mich noch Tage nach dem Weihnachtsfest erbarmungslos umklammert, die Nebel hatten sich auch am Samstag noch nicht gelichtet, als ich mit der Mutti “Geschenke umtauschen” musste, wie sie es nannte. Als die gute Frau mit geübtem Blick ein Schnapsregal taxierte und meine Hand kurz losliess, um beidhändig Hochprozentiges in Hose und Jackeninnentasche verschwinden zu lassen, ging ich kurzerhand aus Versehen mit einer anderen Frau mit. Leider hat mich deren Ehemann, als er Tage später, ich hatte mich schon ganz gut eingelebt, den Irrtum bemerkte und mich zu einer enttäuschten Mutter zurückbrachte.
Wenigstens gibt´s heute Abend Lametta.


Scheut euch auch weiterhin nicht, mir gefühlloses Zeug zu schreiben an:
info@beulshausen.com


Es küsst euch auch im neuen Jahr

Euer Ehren beulshausen.com

Nächster Ausstieg: Katzenklappe

ekstraNach neuesten Berichten gut riechender Intimsphären, plant die wohl teuerste Popgruppe der Welt “Johnny Liebling”, alle traumatischen Erlebnisse ihrer mit Wolfsmenschen & sexuellen Übergriffen gepflasterten Tournee des unheiligen Jahres ‘06 nun als Hörbuch aufzunehmen. Die Mitglieder der Gruppe werden im Moment in allen Teilen der uns bekannten Welt eingefangen und mithilfe ungültiger Scheinverträge im Oktober mit Starproduzent Christian Mevs in ein Studio gezwängt.

 
Die Besitzer von “Johnny Liebling” hoffen, noch in diesem Jahr vorab eine Karaoke-Version zum selber lesen präsentieren zu können.

Beulshausen verliest “Fette Sau”

futaBeulshausen, der den Sommer über auf einen eigenen Todesstern gespart hat, beackert damit derzeit Nena´s komische Schule. Dann spielt er eins der letzten Konzerte im September mit der unsinkbaren “Union Beulshausen”, vorher wird feierlich die Randgruppen-Geschichte “Fette Sau” gelesen und vielleicht wird ein Riesenleguan einige von Ihnen fressen, aber nicht alle.  Am selben Abend, nur kurze Zeit später, liesst dann der unvergleichliche Heinz Ratz eine seiner Hammergeschichten vor, spielt Ihnen daraufhin einen Gig mit der Band “Strom & Wasser” und wird wohl, wie verschiedene Handleser prognostizieren, erneut mit der Abendkasse stiften gehen.

 
Das ganze findet statt am Mittwoch, 24.09. im “Marx” (Markthalle) Bitte sein sie unser Gast, werden auch Sie Opfer der von Moskau ferngesteuerten Taschendiebe (die vermeintlich besten der Welt).

 

Wir freuen uns. beulshausen.com