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Sommerloch gestopft-Beulshausen und Drave stellen Hörbuch fertig!

horni

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Beulshausen´s erstes Hörbuch nach sechs Jahren („Nachts auf Tour” 2003), ist fertig aufgenommen und gemixt. Es trägt den Titel „Nirgendwo ist Ufffz”, beinhaltet fünf haarsträubende, aber wahre Geschichten aus der wirren Stadt am alten Heizkraftwerk und ist gespickt mit feinster Violinen-Musik, komponiert und vorzüglich eingespielt vom Sensationsgeiger Chris Drave von der Union.

„Nirgendwo ist Ufffz” ist der Erstling einer Trilogie, die im nächsten Jahr mit „Flucht aus Ufffz” ihre Weiterführung finden wird.

Ab September stellen wir im Bereich „Media” ein paar Kostproben dieses Klassikers der Neuzeit aus, Veröffentlichungstermin ist der 15.10.09, natürlich mit rauschendem Festball. Es wird eine stark vergünstigte „Edition Badstraße” geben, sowie eine, vom herausragenden Zeichenkünstler Wolf Niemann illustrierte „Schlossallee-Ausgabe” mit fettem Booklet. Spielzeit fast 60 Minuten.

Demnächst mehr davon auf diesem Kanal.

Geheim, verboten und auch nicht erlaubt!

schlagende Verbindung Nr.12

schlagende Verbindung Nr.12

UNION BEULSHAUSEN GOES ‘68!
Campus der Universität Hamburg, Mo., 15.6.  16:00 MESZ
- Endlich wieder APO und Aufruhr an der Uni. Bildung für alle und Drinks wie in Kuba sollen erstreikt werden. Die Union spielt ein Gratis Konzert für die streikenden Genossen. Gegen 17:30 Uhr kommt dann wieder Kurras aus seiner Stammkneipe und sorgt mit der “Heckler & Koch” für Ruhe und Anstand. Trotzdem könnte sich dieser Dutschke auch mal kämmen!

Union Beulshausen beim “BenteFausteFest”

Backstage

Backstage

Union Beulshausen am 13.06.2009 20:00 Uhr beim “TheBenteFausteFest” Brahmsallee, Hamburg 22381

Cost: free

Das wohl beliebteste Festival Deutschlands. Die hiesige NDR Bühne, gelegen an einem idyllischen See aus Urin und Caipirina, bietet erneut die Crème Hamburger Unterhaltungskunst. Viele Zeltmöglichkeiten!

Lesung “Nirgendwo ist Uffz”, die zwote

Bao Vé

Bao Vé

Beulshausen, der infame Hinterbänkler, der letzte Woche an einer Lufthutze vorbeiging und spurlos verschwand, ist wieder aufgetaucht, ein wenig zerknittert zwar, aber bereit, mit letzter Kraft einige haarsträubende Geschichten aus der Welt hinter der Hutze vorzulesen: Am 12.06.2009 ab 20.00 Uhr im „FUNDBUREAU” (Sresemannstr.114)

Letzer Gig vor der Badepause

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Die Union spielt das letzte Konzert vor den Sommerferien am 02. Juli, erneut im „Music-Life-Club” in der Fruchtallee. Wieder werden Schweiß, Blut und Sperma das Geschehen dominieren, wieder werden mehrere Kommissare der KpdSU anwesend sein und wahllos Verhaftungen vornehmen und wieder werden die wenigen Überlebenden sich auf die Schenkel klopfen und sagen: „Was für eine Nacht!” Reservierungen ab sofort unter Tel.:0162-2450642 (tägl. Ab 17 Uhr)

Herr Schnurrbein einen Sommer lang

Drohgebärde Nr. 487

Drohgebärde Nr. 487

Die Mutter war aus. Ein hagerer Kavalier hatte sie mitgenommen zum „Kraftwerk-Karaoke”, wo man sich besinnungslos trank, um dann Lieder mit einfältigen Namen wie „Expo 2000″ zu grölen. So war ich denn frei für eigene Pläne und ich genoss meine Freiheit, indem ich draussen vor dem Haus in der Sonne herumlungerte.

Ich hatte mir einen dieser Klappstühle hingestellt, die Art, wie sie nur Angler und Regisseure benutzen, denn ich bildete zu dieser  Zeit drei der Turbanski-Kinder als Gladiatoren für´s Fernsehen aus und wartete nun darauf, dass sie endlich von der Kinderarbeit nach Hause kamen.

 

Doch zunächst wurde ich abgelenkt. Eine Einheit Laufmaschen, Einzeller, nur zum Transport von Waren gezüchtet, kamen schnatternd die Einfahrt hoch, jede mit einem oder mehreren Möbelstücken beladen, alsbald damit im Hausflur verschwindend.

Wir bekamen neue Nachbarn. Die Wohnung im Dachgeschoss war frei geworden, da die Kniffkes in der Show „Wer wird Hunnenkönig ?” einen lebenslangen Aufenthalt in der Mongolei gewonnen hatten und gestern unter lautem Gezeter abgeholt worden waren.

Gerüchten zufolge war der neue Mieter kein geringerer, als der über die Grenzen von „Ufffz” hinaus bekannte Naturforscher Willibrandt Willibrandt.

Herr Willibrandt, das war überall zu lesen gewesen, wollte sich zur Ruhe setzen, nach all der anstrengenden Stöberei.

Auf seiner letzten Forschungsreise hatte es einen bedauerlichen Zwischenfall gegeben, hiess es. Bei der Sprengung einiger widerspenstiger Ruinen in einem komischen Land im Süden, erwischte es versehentlich eine Kolonie Faultiere, deren Bewohner sämtlich, durch die Wucht der Detonation, aus den dicht belaubten Bäumen auf den Boden gefallen und verdurstet waren.

Ein einziger, ein Faultiermann namens Schnurrbein hatte sich retten können.

Gerade stundenlang abgestiegen zum Toilettengang, hatte er sich ausgerechnet den Rucksack des Forschers als Klo ausgesucht und danach ein Schläfchen darin gehalten. Willibrandt Willibrandt, der sich schuldig fühlte, liess ihn in dem Sack und nahm sich vor, fortan für Herrn Schnurrbein zu sorgen, um die immense Schuld zu tilgen.

Mittlerweile waren einige der Turbanskis nach Hause gekommen. Völlig erledigt von der Arbeit in den Kakaominen von „Ufffz” wollten sie gleich ins Bett. Ich konnte sie gerade noch zu einer Trainingseinheit mit rostigen Nägeln bewegen, was immerhin ein Augenlicht kostete, dann kam ihr Vater runter und jagte mich, wie üblich mit einem Bleirohr quer durch den Vorgarten.

Dieses mal hatte mich mein mächtiger Feind fast erwischt. Ich harrte in den Johannisbeerbüschen hinterm Haus, bis er irgendwo Schnaps roch und abzog.

Dann merkte ich, dass ich nicht allein in den Büschen hockte. Durch eine lichte Stelle in den Sträuchern blickte mich ein freundliches Gesicht an, von einem Schopf glatten, roten Haars gerahmt, ein kleiner Hut wurde zum Gruß gezogen.

„Herr Schnurrbein, nehme ich an?”

Wie um meine Annahme zu bestätigen, langten nun zwei Herrenarme in das Gebüsch und hoben das Geschöpf langsam und bedächtig heraus.

„Er mag keine Toiletten”, sagte Willibrandt Willibrandt lächelnd und stellte sich kurz vor. Auch Herr Schnurrbein reichte mir die Hand und ich hoffte, er benutzte Klopapier.

Während man in der Folgezeit den Forscher recht selten antraf, hatte man hingegen mit Herrn Schnurrbein des öfteren das Vergnügen.

Da Faultiere in Freiheit nur für die Verrichtung der Toilette ihren Baum verlassen, war auch Schnurrbein, ob seiner unaussprechlichen Langsamkeit, ständig zwischen der Dachgeschosswohnung und den Rabatten unterwegs und oft im Hausflur hängend anzutreffen.

 

Mutti hatte sich beim Karaoke ein Bein gebrochen und trank literweise Franz-Brandwein gegen die Schmerzen, da war es nicht empfehlenswert sich in der Wohnung aufzuhalten.

So setzte ich mich gern in die Sonne vor dem Haus und trank ein paar Gläser „Ghaze”, ein herrlich erfrischendes Getränk, bestehend aus einem Öllappen und einem Becher.

Immer öfter gesellte sich auch Herr Schnurrbein dazu, da der Forscher Willibrandt überraschend zu einer Schneckenjagd aufgebrochen war.

Wir begannen, Gefallen am jeweils anderen zu finden. Die Faulheit mit aller Leidenschaft gelebt, das verband uns und mein neuer Freund war ein Meister auf dem Gebiet. Herr Schnurrbein zeigte mir, wie man sich, nur an den Zehen, von der Dachrinne herab hängen lassen kann, ich brachte ihm bei, wie man Lemminge raucht und Kinder für sich stehlen lässt.

Sogar bei Tante Regina waren wir ein paar mal zusammen, aber meist traf man uns in der „Bannmeile”, der Hauptstraße von „Ufffz” an.

Nichts taten wir lieber, als auf dem Bürgersteig herumzuliegen und den Verkehr zu beobachten, der sich, in immer neuem werden und vergehen, lustvoll durch die Stadt schlängelte. Hier wurde ein Schlachter totgebissen, der die Vorfahrt missachtet hatte, dort fiel ein ganzer Ochsenkarren in eins der metertiefen Schlaglöcher, es war immer was los, auch ohne eigenes zutun.

Dann kam die Nachricht vom tragischen Tod Willibrandt Willibrandts.

Der uralte Haudegen war bei der Schneckenjagd vor Erschöpfung zusammengebrochen und verendet. Das änderte einiges. Herr Schnurrbein hatte keinen Mietvertrag und seine gesamte Existenz basierte auf der des toten Willibrandt, dessen Haustier er gewesen war.

Schon waren Vorkehrungen getroffen worden, das nun herrenlose Anhängsel zu entsorgen. Für solche Fälle hatte man in „Ufffz” Frau Adelheid „Katze” Blechdach engagiert, die herrenlose Haustiere ohne viel Tamtam gleich totspritzte.

Der Mörderwagen, ein Kombi mit abgefahrenen Reifen stand schon vor dem Haus, der Motor wurde feist abgewürgt und die gewichtige Dame war ausgestiegen, hatte die finale Spritze aufgezogen und hochprofessionell die ersten Tropfen des todbringenden Liquids auf das Pflaster der Einfahrt vergossen.

Dann begann sie den Aufstieg ins Dachgeschoss, um den Herrn Schnurrbein seinem Ende zuzuführen. Ganz aufgeregt war ich, in irgendeiner Form eingreifen wollte ich, doch war mir selber klar, dass ich dafür viel zu feige war. Schnurrbein selbst war in vollendeter Ruhe, nicht mal der anstehende Tod schien ihn im geringsten rühren zu können.

Stetig kam die Blechdach ihrem Ziel näher, man konnte sie schon vor Anstrengung schnaufen hören und die Stufen der alten Treppe ächzten unter ihrem Gewicht.

Ich kauerte mich in eine Ecke, von Angst zusammengeschnürt, fiel ich in die üble Gewohnheit zurück, bei Aufregung Zehennägel zu knabbern.

 

Als die Spritze schwingende Matrone, schnaufend wie eine Lok, die letzte Treppenstufe erklommen hatte und sich gurgelnd auf den armen Herrn Schnurrbein stürzen wollte, hielt sie plötzlich inne.

Beide Arme voraus, zum Angriff bereit, war die Dame zur Statue erstarrt, ganz vor Wut verzerrt war ihr rotes Gesicht, welches aber auch vorher nie nett aussehen mochte.

Herr Schnurrbein grinste feist unter seiner roten Tolle hervor, als hätte er gewusst, dass die Sache diesen Ausgang nehmen würde. Kein bisschen überrascht schien er zu sein. Doch auch ich fand meine Fassung aufgrund zügelloser Neugier schnell wieder.

Herr Schnurrbein war bedauerlicherweise keiner wirklichen Sprache mächtig, darum waren wir eher auf eine gemeinsame Gestik angewiesen gewesen, die mittlerweile ganz gut funktionierte. Wenn auch recht langsam.

Wir verstanden uns praktisch blind und begannen nun auch gleichzeitig, den steifen Körper „Katze” Blechdachs lachend die Treppe herunter zu treten.

Unten angekommen, stopfte ich sie in ihren Kombi. Ich brauchte lediglich die Handbremse zu lösen und das Fahrzeug rollte, samt erstarrtem Inhalt, die Einfahrt runter, um in einem der Schlaglöcher der „Bannmeile” für immer zu verschwinden.

 

Doch natürlich konnte ich das gesehene nicht einfach auf sich beruhen lassen. Wenn das einmal ging, war es sicher auch ein zweites oder drittes mal zu schaffen. Herr Schnurrbein, der meine Skepsis wohl bemerkte, war zunächst gerne bereit, seine herausragende Fähigkeit zu meinem besseren Verständnis erneut zu demonstrieren.

Wie, als wollte er sich freiwillig als Versuchsperson anbieten, kam nun mein Todfeind, Vater Turbanski, die Einfahrt hoch gestolpert. Gerüchten zufolge, die im Haus kursierten, hatten sie ihn in der Ribbelfabrik entlassen, da nirgends mehr Pullover aufzutreiben gewesen waren.

Dementsprechend betrunken und reizbar war er, geradezu perfekt für einen weiteren Versuch.

„Na, hat sich wohl ausgeribbelt!”, rufe ich ihm frech entgegen, ein „alles oder nichts” heraufbeschwörend. Und als hätte er nur gewartet auf einen Agitator wie mich, nahm Turbanski jetzt Fahrt auf, torkelte mit Geschrei und Bleirohr zielgerichtet auf uns zu.

Sofort versteckte ich mich, meiner Sache nicht wirklich sicher, hinter Herrn Schnurrbein, den ich nun genau beobachtete, wie er sich mit seinen Klauenhänden die schlaffen Tränensäcke unter den Augen rieb.

Daraufhin teilte der alte Turbanski das Schicksal von Frau Blechdach, erstarrte und wurde in einem Schlagloch entsorgt, nicht ohne dass ich ihm noch etliches mit dem Bleirohr übergezogen hätte. Es klappte also quasi auf Kommando, da war ich jetzt sicher.

In der Nacht darauf fand ich keinen Schlaf. Immerzu musste ich an die unbegrenzten Möglichkeiten denken, die die Fähigkeit meines Freundes mir eröffnen konnten. Am nächsten Morgen stand ich schon um viertel nach fünf auf der Matte des Dachgeschosses, benutzte meinen Nachschlüssel und holte den müden, kleinen Kerl aus seinem Bett.

Er hatte jetzt zu funktionieren, denn die neue Möglichkeit weckte unbändige, kriminelle Energie in mir. Wie verpufft war die mir eigene Lethargie, die ich Zeit meines Lebens mit mir rumgeschleppt hatte. Gewichen einem Meer voller Ungeduld.

Bevor sich die neue Möglichkeit ergab, hatte ich gern auf Herrn Schnurrbein gewartet, manchmal sogar er auf mich. Wir hatten uns in der Langsamkeit gefunden, doch jetzt drohte ich in meinem Eifer zu enteilen. Kurzerhand nahm ich das Faultier auf den Arm und rannte mit dem noch schlaftrunkenen die Treppe runter, grenzenlosem Unsinn entgegen.

Zuerst schlichen wir in Muttis Schlafzimmer, Schnurrbein rieb sich die Augen, die Mutti fiel in Totenstarre, sodass ich ihren Gips bemalen konnte, ohne gebissen zu werden. Dann, in immer atemberaubenderen Tempo raus auf die „Bannmeile”, erstmal den Verkehr angehalten und die reglosen nach Wertsachen durchsucht, den Mädchen auf dem Schulhof unter die Röcke geschaut und in den Trinkhallen der Stadt den gesamten „Gahze”-Vorrat leer getrunken, was mich nur noch mehr befeuerte. Immer gewagter, immer dreister wurden meine Wünsche, immer hitziger und brutaler mein Vorgehen. So war es eigentlich nicht nötig, die in Erstarrung befindlichen noch anzuzünden, doch ich wollte professionelle Arbeit abliefern.

Gegen Abend befand sich die halbe Stadt im Wachkoma und die andere Hälfte war zu müde, um das zu bemerken.

Da ich voll mit meinen Allmachtsfantasien beschäftig war, registrierte ich nicht, wie Herr Schnurrbein mit jeder meiner Boshaftigkeiten missmutiger dreinschaute. Das für ihn typische, schelmische Grinsen war fast vollständig aus dem Faultiergesicht gewichen. Ich schrieb das der Müdigkeit zu, hatte ob des an diesem Tag geleisteten ein Einsehen und brachte ihn ins Bett.

Auch war ich selbst rechtschaffen ermattet. Ich schlief sofort ein, träumte von Diebstahl und Zerstörung und war ein zufriedener Junge.

Für den Folgetag hatte ich mir schon mehrere, tolle Coups ausgedacht. Gleich als erstes wollte ich Omma Küster mit einem Peyote-Kaktus verkeilen, dann in der „Gaunerei Friedrichs” die Banker mit Abführmittel vollpumpen und die Kurse durcheinander bringen. Nachmittags plante ich, das Rathaus zu fluten, um danach einige von mir unerwünschte erstarrte mittels eines Katapults aus der Stadt zu befördern.

Als der Morgen dämmerte, stand ich bereits wieder voller Erwartung vor Herrn Schnurrbeins Kinderbett, doch dies war unberührt. Kein Faultier döste da in den Federn. In nackter Panik unterzog ich die Willibrandtsche Wohnung einer genauen Untersuchung, doch vom Freund fehlte jede Spur.

Weit konnte er ja nicht gekommen sein, in all seiner Lahmarschigkeit. Doch auch das Durchkämmen des gesamte Hauses brachte nichts zu Tage, ausser der Erkenntnis, dass die von mir am Vortag gepeinigten wieder unangenehm lebendig waren, am gesellschaftlichen Leben teilnahmen und bedauerlicherweise auf Rache sannen. Mutti, die aus Zorn über den mit Zoten bekritzelten Gips zunächst daran dachte, mich dem Mob auszuliefern, versteckte mich für etwas Schnapsgeld in einem Einmachglas, wo ich, zusammen mit einer Gruppe „Rote Beete” darauf wartete, dass sich die Lage beruhigte.

Herrn Schnurrbein blieb in einem Nebel verschwunden, der sich bis heute nicht lichtete. Ich habe nie wieder etwas von ihm gehört. Nur manchmal, wenn der Wind die mächtigen Kronen der Johannisbeerbüsche zerzaust, ist mir, als sehe ich sein grinsendes Faultiergesicht durch das lichte Blattwerk blinzeln, wohlwollend einem von der Macht verführten Freund vergebend.

“GIFT” jetzt bei hanseplatte.de

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GIFT

Liebe Kapalgen, die neue Platte der Union Beulshausen, „GIFT” ist draußen! Ab heute nachmittag 16:00 Uhr zu haben in unserem Lieblings-Plattenladen Hanseplatte.de im Karoviertel oder dort im Online-Shop. Die Union bedankt sich auf durchgescheuerten Knien, allen voran bei Tobias Prohl (Cover- und Labeldesign), Kalle Roggenbuck (Master), Dominique Marquee (Gesang) und Svendrix (Pedal Steel Guitar) und den komischen Göttern für ein stressfreies Gelingen. Record Relese Party heute abend im Music-Live-Club Fruchtallee ab 21:00 mit Dominique Marquee! Viel Spaß damit!

Beulshausen liest “Nirgendwo ist Ufffz”

ich zeig dich an

ich zeig dich an

Beulshausen, der scheue Aussenseiter, kommt vom lachen aus dem Keller und liest für das Publikum „Nirgendwo ist Ufffz”, bitter ernste Geschichten aus seiner kargen Heimat. Eine der wenigen Gelegenheiten, wo sich dieses Monstrum mal ans Licht traut.
Fackeln sind verboten. Das ganze natürlich wieder mit den Topstars Chris Drave (Violine) und Rudi Hensel (Percussion) am 21.05. im KIR Barnerstr. 16 Hamburg/Ottensen ab 20:30 MEZ

“GIFT”- kleine Werkschau

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Supporters, Fans, Puppenjungs! 

Am 14. Mai 09 erscheint ”GIFT”, das 2. Album von “Union Beulshausen”! Nach “4 oder 5″, dem Debut im letzten Jahr, einem reinen Soloalbum, bietet ”GIFT” einen Einblick in das gegenwärtige Schaffen des Trios Drave, Hensel, Beulshausen, unter anderem mit aktuellen Interpretationen von “4 oder 5″ und einigen handfesten Raketen.

Da wir einen ersten Eindruck der Aufnahmen vermitteln wollen, veröffentlichen wir gegen den Rat unserer Anwälte 2 zunächst ungemixte Songs, oder auch Versionen davon hier im Bereich “Media” und hoffen euch damit ein Gefühl grenzenloser Zuneigung entlocken zu können.

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Schokoladenseite

Schokoladenseite

Die Union beweist einmal mehr ein Herz für diejenigen Supporters, die nicht mehr durch ihre Haustüren passen oder zu sehr in „Counter Strike” versunken sind, um ein Konzert zu besuchen. Mit freundlicher Genehmigung der „Just us Production GmbH”, zeigen wir euch im Bereich „Media” das brandneue Filmchen „Halt mich fest ich werd verrückt”- Union Beulshausen live im Fundbureau, Hamburg Sternschanze.

 

Die Union bedankt sich an dieser Stelle nochmal von Herzen bei Guntram Krasting (Regie), Kim Kiesling (Schnitt) und Fredrik Sterzel (Faser, Technik)!

An dieser Stelle auch noch einmal eine ganz persönliche, tiefe Verbeugung vor Tobias Prohl (Webmaster) für die aufopferungsvolle Betreuung dieses Forums und die massive Geduld im Umgang mit technischen Komplettversagern!

 

Alsdann, hier kommt „Halt mich fest ich werd verrückt” (Kralle/Remmler),

ebenfalls zu sehen auf myspace.com/unionbeulshausen, viel Spaß damit.

Partizan Hamburg

Ein ruhiges Gewissen

Ein ruhiges Gewissen

Beulshausen, der sein Lachen an einen Typen namens Horst Frank verkauft hat, der es mit ins Grab nahm, gibt dafür Kim Frank die ganze Schuld und jagt diesen quer über den Erdball. Zwischendurch, am 19.03. spielt er im Pooca einen kurzen Solo-Set vor der „String´n´Base”-Show ab 22:30 Uhr und mit der Union am 26.03. in Angie´s Nightclub ein paar Songs bei Ingo Pohlmann´s „Rocker vom Hocker”.


Hingehen lohnt sich (nicht für Kim Frank).

Frühling in “Ufffz”

Tante Regina

Tante Regina

Huch, huch, schon wieder Frühling! Vor Vergnügen klatsche ich in die kleinen Hände. Der meterdicke Eispanzer, der die Stadt „Ufffz” den Winter hindurch in eine erstarrte, nur leicht schwankende Wackelpudding-Landschaft verwandelt, beginnt abzutauen, zunächst langsam, mit der Ruhe und Gelassenheit des immer wiederkehrenden Routiniers, um dann unvermittelt, in der Raserei eines Sterbenden, der noch nicht bereit ist zu gehen, als alles verschlingender, reissender Strom ein letztes mal zu wüten.

Dann wird es ganz still. Die Toten treiben praktischer Weise mit dem abfliessenden Tauwasser in ein Siel und verschwinden darin, mit gurgelndem Geräusch, lassen die Hinterbliebenen mit deren bisschen Leben in der Stille zurück.

Doch schon bald zwitschern die ersten Varane, das Heizkraftwerk sondert stotternd einige schwarze Wolken ab und die Bewohner von „Ufffz”, die nicht von der Katastrophe hinfort gespült wurden, vergessen diese binnen weniger Minuten, denn nun beginnt eine der schönsten Jahreszeiten, die „Saumilch-Saison”!

Ein Trend, der sich seit Jahren ungewöhnlich hartnäckig in „Ufffz” etabliert hat. Zunächst tranken lediglich die Reichen in geringen Mengen das köstliche Nass. Die Saumilch war der Renner auf erlesenen Banketts und wurde gern zur „Katzenpomade”, einem ebenso elitären Stockfisch gereicht.

Als dann erste Fotos bekannter Schauspielerinnen auftauchten, genüsslich an den Saunippeln nuckelnd, war auch das gemeine Volk nicht mehr zu halten. Durch den regen Zulauf und die gute Bezahlung entdeckten die Säue schnell ihre kommerzielle Chance, liessen sich im Winter schwängern, bissen dann die Neugeborenen weg, zugunsten zahlungskräftiger Abnehmer.

Auch Mutti und ich haben eine Stammsau, sie nennt sich Regina und wenn die Zeit gekommen ist, schickt mich die Mutter mit einer zinnernen Kanne und einem Großteil des Geldes, das wir vorbei treibenden Leichen abnehmen konnten, zu ihr.

„Tante Regina”, wie ich sie vertrauensvoll nenne, wohnt nur ein paar Straßen weiter und ich gehe gern hin, denn sie ist eine sehr nette, gütige Sau, wenn man nicht gerade ihr Junges ist. Sollen die blöden Ferkel doch sehen, wo sie bleiben.

Mutti hat mich auch oft weggebissen, immer wenn ein neuer Herr zum „Karten spielen” vorbei kam. Doch ich habe mich durchgesetzt, kam immer wieder. Und? Was ist aus mir geworden? Na ja.

Meist erzählt „Tante Regina” schöne Geschichten, während man sie anzapft. „Zwei Liter bitte, Tante Regina”, sage ich, als ich an der Reihe bin. „Setz dich doch, mein Junge und nimm erstmal einen Schluck!” Ich bedanke mich und lasse mich an einer frei gewordenen Zitze nieder, zwischen dem Pfarrer und Herrn Keppler von Gegenüber, der sich für diesen Spaß alle Zähne hat ziehen lassen.

Nun hat die Saumilch den großen Vorteil einer stark halluzinogenen Wirkung mit nicht unbeträchtlichem Suchtcharakter, einige der vormals honorigsten Bürger liegen zur Saumilch-Zeit wochenlang bei Tante Regina rum, durch den hohen Nährwert ihrer Milch ganz aufgedunsen, hören sie sich ihre Geschichten an, oder träumen ein wenig, oder beides. Wenn dann das Geld, welches man vorher an die Tante zahlt, ganz und gar abgegolten ist, tritt Regina die unablässig saugenden einfach mit den Hinterläufen vom Gesäuge weg, wo sie sich dann benommen etwas sammeln können und entweder neu bezahlen oder abhauen.

Mich mag sie, glaube ich, denn ich darf immer ein wenig umsonst ran, bevor ich die zwei Liter für Mutti zapfe. Dann erzählt sie mir von fremden Welten, in denen ein zürnender Gott namens „Peterkraus” die Erde beben lässt und wo die Leute „Gudrun” oder „Christian” heissen. Dann muss ich gehen, zahlungskräftigeren Kunden weichen.

„Nun ist es Zeit für dich, mein Junge”, sagt Tante Regina zärtlich und ich erkenne in der Schlange hinter mir „Echt Stonesdorfer”, den Bürgermeister und seine verdammte Playboybande.

Mit dem köstlichen Geschmack der Phantasie im Mund bedanke ich mich bei Tante Regina und mache mich torkelnd auf den Heimweg, der Mutter entgegen, die mir schwitzend und mit gebleckten Zähnen die Milchkanne aus den Händen reissen wird, um sich dann tagelang nicht mehr blicken zu lassen. Die schöne Frühlingszeit.

Union Beulshausen live in Hamburg

info folgt

Guns´n Hoses

Glaubt man den Gerüchten unfrankierter Rückumschläge dieser Tage, so planen die Herren der schwarzen Wolke, „Union Beulshausen”, zum Erscheinen der neuen Platte eine schöne Reise zum Mond. Da das sowieso wieder nicht klappt, gibt es ersatzweise ein Konzert mit anschliessender Swingerhochzeit als Trostpflaster.

Am 14.05.09 steigt die erste abendfüllende Show in Hamburg, im  „Music-Live-Club”, Fruchtallee 36, 20259 HH- Eimsbüttel!

Traum von neuen Welten

WeltenEs war bereits in den frühen Morgenstunden, noch war es dunkel, doch die Dämmerung hatte sich durch das erste, noch zaghafte Gewusel auf der Straße vor meiner Kammer angekündigt. Ich lag in tiefem Schlaf und träumte einen seltsamen Traum, einen von denen, die schon ein wenig Fracksausen hervorrufen können. In diesem Traum nun war ich aufgewacht, viel früher als nötig und ich ärgerte mich dessen sehr, da es zusätzlich in der Blase drückte, die um Entleerung flehte, so dass ich gezwungen war, aufzustehen.

So quälte ich mich dann aus dem warmen Bett, hinaus in die ausladende Kälte des Hausflurs und gelangte nach wenigen, gewohnten Schritten ins Toilettenzimmer. Um die Aufsicht über eine eher scheinheilige Hygiene zu wahren, gibt es hier als Beleuchtung an die siebenundzwanzig Flak-Scheinwerfer, die bei Betätigung des einzigen Lichtschalters gleich neben der Tür, allesamt auf einmal mit einer Million Lux die müden Augen des sich noch im Halbschlaf befindlichen zu verätzen drohen.

 

Die Alternative, sich im Dunkel zu entleeren war auch nicht viel besser.

Erst vorgestern hab ich von der alten Küster den Wischlappen um die Ohren bekommen, weil wohl wieder literweise daneben gegangen war.
Also lieber Licht an und halb blind, vorsichtigen Schritts, die Keramikschüssel ertastet, nach weniger als einer Minute erfreulicherweise das Augenlicht wieder erlangt, das Vorhaben erfolgreich erledigt und blinzelnd abgedreht, nicht ohne einen hastigen Blick in den Spiegel zu tun.

Sicher, dieser Spiegel war ziemlich verdreckt, voll mit allerlei Unheil der dreizehn Personen auf unserer Etage, die ihn nutzen und selten reinigen, aber das, was der Spiegel mir hier entgegen bleckte, hatte mit profaner Verunreinigung wenig zu tun.

Ich starrte in eine von Schmutz freie Fläche und sah, wie konnte es anders sein, mich selbst, doch sah ich nicht so aus, wie üblich. Irgendwie krank sah ich aus, ganz dünnhäutig. Als ich genauer forschte, mich an das gleissende Licht gewöhnt, entdeckte ich eine Art Milchschorf gleich hinter meinem rechten Ohr, das aussah wie ein alter Salzsee und dessen trockenste Partikel sich durch leichteste Berührung von der Oberfläche zu lösen begannen. Unterhalb dieser, nun zu großen Teilen abgefallenen Kruste, zeichnete sich statt der üblichen, rosigen Gesichtshaut ein beträchtlicher brauner Fleck ab.

Leicht beunruhigt, betrachtete ich nun die andere Hälfte meines Gesichts und stellte den selben Vorgang auch dort fest, überall löste sich der helle Schorf und hinterliess die braunen Flecken, die seltsamerweise die Formen aller mir bekannten Erdteile angenommen hatten. Auf meiner Nase machte sich der alte Kontinent Europa breit und meine Untersuchungen brachten sogar so etwas wie Italien zu Tage, wo sonst mein stattlicher Schnauzbart seinen Stammplatz inne hatte.
Die übliche Kontrolle der fortschreitenden Geheimratsecken ergab ein mittleres Fiasko, da sich ganze Haarbüschel wie von selbst aus ihrer vormals stabilen Verankerung befreiten und zugunsten einer blauen Flüssigkeit, die mittlerweile mehr als zwei Drittel des schützenden Schädels bedeckte, in das schmuddelige Waschbecken fielen.
Innerhalb nur weniger Momente war mein Kopf ganz kahl, kein Haar war mehr auszumachen in dem tiefblauen Ozean meines Hauptes, der sich nun aufmachte, auch in die von Flecken freien Zonen meines Gesichts zu sickern.

Wo ich anfangs Zweifel hegte, manifestierte sich nun eine seltsame Gewissheit. Mein gesamter Kopf war zu einem Planeten geworden, der unserer Erde nicht unähnlich zu sein schien. Das blau meiner Augen mischte sich mit dem der flächenmässig vorherrschenden Meere, die Kontinente ergingen sich in pausenloser Verschiebung ihrer Erdplatten, formten Berge, die zum Klettern einluden, sowie den einen oder anderen See, der vielleicht schon bald Badegäste anlocken würde.
Mein Kopf, Nährboden einer neuen Welt! Ich war unendlich Stolz, denn das war, wenn auch ohne wirklich eigenes Zutun das Beste, was ich je geschafft hatte.
Zudem schien diese Welt gänzlich unbewohnt, was zur Folge haben würde, dass ich, ihr göttlicher Träger und Grundstock, die Ehre inne hatte, sie mit den Personen meiner Wahl zu besiedeln. Da mich die bleierne Müdigkeit übermannte und man als Schöpfer bekanntermassen auch mal ruhen darf, beschloss ich, den Exodus auf den nächsten Morgen zu verschieben.

Man kann sich vorstellen, dass der anschliessende Schlaf angesichts dieser bedeutenden Ereignisse ein recht unruhiger war und von kurzer Dauer.
Als ich ein weiteres Mal erwachte, stürzte ich kurzerhand in Muttis Schlafzimmer, die schon wach war und mit einem Berber in Unterhosen Schnaps trank. Die freudige Nachricht, sie könne ihre Koffer packen und fortan mietfrei auf meinem Kopfe wohnen, stiess auf völliges Unverständnis seitens der Mutter, die mich lallend des Zimmers verwies, ich solle mir erstmal „die Fresse waschen”, bevor ich so große Töne spuckte.

Ein klein wenig enttäuscht, trollte ich mich in das Toilettenzimmer, den strikten Befehl der Mutter folgend und wischte mir mit Waschlappen und Kernseife mehrmals quer über´s Gesicht, bis mir siedend heiß einfiel, dass ich ja nun für eine fragile, neue Welt verantwortlich war, mit der man sicher sehr behutsam umzugehen hatte.
Die Augen, eben noch schützend vor der beissenden Seife zusammengekniffen, sahen nun, in allem nur erdenklichen Schrecken weit aufgerissen in den Spiegel, dessen sich in der Zwischenzeit jemand erbarmt hatte, der blitzblank geputzt war.

Statt der so verheissungsvollen, jungfräulichen Welt, glotzte mir mein makelloser, spanisch anmutender Teint entgegen, in schrecklichstem Entsetzen und von heillosen Verlustängsten geplagt, tastete ich das großflächige Gesicht nach den vor Stunden noch blühenden Kontinenten ab, vermochte jedoch nicht mehr die geringste Erhöhung oder Vertiefung in der ebenmässigen Haut zu erkennen.

Ich durchwühlte das dichte Haupthaar, wo sich eben noch ganze Meere ergossen hatten und musste den Tränen nah feststellen, dass ich alles verloren hatte, was noch in der vergangenen Nacht meinem Selbstverständnis als Weltenlenker so reichhaltig Nahrung bot.

So hatte ich mich dann wieder, einer weiteren verheissungsvollen Chance im Leben beraubt, aufzumachen, mit ein paar Butterbroten bestückt, in eine Welt, in der andere das Sagen hatten, um mich abzuschuften für die, die so schlau waren, keinen Waschlappen zu besitzen und die mir das täglich zu spüren geben.
Vielleicht sollte ich das nächste Mal genauer überlegen, wen ich auf mir wohnen lasse, denn eine neue Welt ist wohl doch recht scheu und wählerisch.

Union Beulshausen live in Hannover

logo_123_800x533Wie man leicht im Kaffeesatz vergangener Tage lesen kann, spielt die beliebte Tanzgruppe „Union Beulshausen” am 03.04.09 als Support für den unvergleichlichen Nils Koppruch in Hannover im „Indiego-Glocksee”!
Besonders Beulshausen freut sich auf ein Wiedersehen mit der Stadt, die ihn vor vielen Jahren achtkantig rausgeschmissen hat. 
Tip: schaut mal „nilskoppruch.de”,  große Kunst!

Benny, the interceptor!

entrada-da-nang-webNeulich, als so Sturm war, wehte mir ein Zettel ins Gesicht, darauf stand, ein alter Herr hätte gesagt, dieser Hitler wäre ein netter Kerl gewesen. Weil ich das nicht so recht verstand und es sich irgendwie biss mit dem, was ich über den netten Kerl gehört hatte, gehe ich jetzt öfter raus, wenn´s windet und stürmt, da ich hoffe, einem anderen verirrten Zettel so etwas wie eine Fortsetzung, eine Erklärung dessen zu entnehmen.

Heute war es endlich so weit. Ein weiteres Blatt Papier, wohl in Eile von irgend einem Journalisten bekritzelt, ein Schmierzettel, hastig beschrieben, in der sicheren Erwartung des Todes ob der Brisanz seiner Kenntnis. So malte ich es mir jedenfalls aus, als ich die Nachricht entzifferte. Ein anderer alter Herr, der sich rücksichtslos “Papst” nannte, wollte im Vollrausch den Josef Mengele heilig sprechen, bevor sich rausstellte, das er es selber war und nur gern verkleidet betet. Schnell und voller Angst warf ich den Zettel von mir und lief im Galopp nach Hause, monoton vor mich hinschreiend, ich hatte nichts gesehen, aber auch gar nichts.

 

Hoffentlich klingelt’s nicht gleich, ich ziehe für einige Tage unter den Küchentisch, denke ich.

 

Mit diesen alten Herren ist nicht zu spaßen, glauben sie mir!

Union Beulshausen Phase III beginnt

logo_145_800x533Nach Angaben klangvoll schnalzender Zungen, ist das heisseste Trio der bekannten Welt, Union Beulshausen mit Sack und noch mehr Sack in die „Prinzenpark”-Studios zu Kalle Roggenbuck nach Osdorf gezogen. Ziel dieser Reserveübung sei das neue Album, das laut Bauplan Anfang April erscheinen möchte und, wie wir Beulshausen´s kaputtem Sampler entnehmen konnten, „viel härter ist, als das letzte!” 

Die Aufnahmen laufen perfekt, schon nach zwei Tagen ist die gesamte ägyptische Luftwaffe eingeäschert und man kann sich u.a. auf eine neue, eisenharte Boden-Luft-Version von „4 oder 5″ freuen, bis man ganz grün ist im Gesicht. Zudem wird ein Klassiker der NDW in unverschämter Überlänge eingespielt. Nehmen sie sich schon mal Urlaub. Die Union grüßt die Fans!

Nirgendwo ist “Ufffz”

studentenfutterSo habe ich mich nun festgesetzt, wie eine Laus im struppigen Pelz eines im Galopp dahin rasenden Lebens, mich nach Kräften festhaltend, um nicht erneut abgeschüttelt zu werden. Um bei der Wahrheit zu bleiben, war mein Versuch einer Berufswahl am „Scheidenweg” ein kompletter Fehlschuss, ein Schlag ins Wasser gewesen. Ganze drei Tage und Nächte hatte ich gewartet, hatte, leicht gerührt, lächelnd gestanden, war keinen Zoll gewichen, doch jegliche Eingebung war gänzlich ausgeblieben.

 

Nicht, dass ich keine Angebote gehabt hätte. Schon am dritten Tag kamen einige Mönche an meinem Stehplatz vorbei, die sogleich begannen, mich heiß zu umwerben, da ihre Religionsgemeinschaften nach eigenen Aussagen im Schrumpf begriffen seien. Einer drängelte sich vor und schüttelte mir überschwänglich die Hand. Er trug eine schicke Uniform, sein rechtes Auge war mit einer schwarzen Klappe bedeckt, das andere flackerte unruhig, als er sich vorstellte.

 

Sein Name sei „Tom Graf Schenck” und er hätte die Welt von Verrätern zu säubern, ob ich nicht helfen wolle, dann würde ein Raumschiff kommen, mich zur Belohnung irgendwohin mitnehmen, während alle anderen in die Luft gesprengt werden.

 

Doch noch bevor ich diesem interessanten Angebot zusagen hätte können, grölten jetzt die anderen Mönche wild durcheinander, ich bekam abwechselnd Offerten als „Papst”, „Ketzer” oder „Bettelsack”, doch gemäß meiner alten Schwäche war ich ein weiteres mal nicht in der Lage, eine wichtige Entscheidung, meine Zukunft betreffend, zu tätigen.
Gerade hatte ich mich fast für einen Job als „Leichentuch Christi” entschieden, da bekamen sich die eifernden Mönche in die Haare und begannen, sich zu kloppen.
Als erstes gingen die mit den Schnurrbärten auf den kleinen mit der Augenklappe los und prügelten ihn krankenhausreif, bevor dieser eine „Walther PPK” zückte und wild um sich schoss. Dabei erwischte er einen Typen namens „Bischof” am Kopf, der daraufhin, grünes Zeug spuckend, die Seinen aufforderte, die Schnurrbärte an komische Kreuze zu nageln.
Und wie so oft gingen meine eigenen Interessen, ein letztes Mal wissend nach Luft schnappend, im Gerangel der Gläubigen gnadenlos unter. Die gesamte Prozession rollte sich nun prügelnd, schreiend, schiessend und nagelnd den Hang herunter, der Stadt entgegen, die mir die schwere Last ehrlicher Arbeit abforderte, im Gegenzug für eine gesellschaftliche Akzeptanz, die mir im Grunde schnurz war, auf die ich, wenn auch leise, pfiff.

 

Ich fühlte einen Trotz in mir, eine aufsteigende Wut, die mir in der Entscheidung, meine Richtungssuche abzubrechen, entscheidend half. In der Dämmerung des vierten Tages, setzte auch ich mich in Bewegung in Richtung Stadt, strebte den Mönchen hinterher, entschlossen, irgendwie unter einem Vorwand an der Mutter vorbei in unsere Wohnung zu gelangen, um mich dort nach Leibeskräften am Bett festzukrallen.

 

Während ich zögerlichen Schrittes den „Scheidenweg” verliess und in den, runter nach „Ufffz” führenden Feldweg einbog, dachte ich an die ganzen verlogenen Bürger dieser Stadt, die dort auch meine Auffassung von Moral und Normalität zu bestimmen suchten.

 

Die in großer Zahl immer noch jeden Morgen pünktlich aufstanden, sich die Arbeitsklamotten überstreiften, die Bärte ihrer Ehefrauen küssten, um sich aufzumachen, hin zum alten Heizkraftwerk, welches schon lange keine Beschäftigung mehr bietet und so führerlos wie ausser Betrieb vor sich hin rostet. Dort treffen sie sich, fummeln acht Stunden mit Mittagspause an irgendwas rum, um dann, pünktlich um vier nach Hause zu tippeln, wo sie noch immer steif und fest behaupten, Arbeit zu haben und stolz darauf zu sein.
Wenn sich ihre bärtigen Frauen über fehlende Kontoeingänge beschweren, fluchen sie eben ein wenig über die mangelnde Zahlungsmoral in der heutigen Zeit. Dann ging man über zum Tagesgeschehen und so manch einer dieser Pharisäer hat sich schon bei meiner Mutter über meine bahnbrechende Faulheit beschwert. So geht das seit über drei Jahren.
In meiner Grübelei stiess ich mit der Spitze meines Schuhs gegen ein unachtsam liegen gelassenes Pfandhirn. In „Ufffz” laufen die Leute in der Regel mit schnittigen, nur das nötigste denkenden Gehirnen durch die Gegend, da zu viel der Denkerei als die Wiege des Irrsinns angesehen und scharf verurteilt wird.

 

Nur den Regierenden und den, sich im regen Austausch mit anderen Städten befindlichen Studenten ist es gestattet, vor Konferenzen oder schweren Prüfungen, ein voluminöseres Pfandhirn einzusetzen, um sich gegenüber der restlichen Welt nicht öffentlich zu blamieren.
So ein Pfandhirn ist recht teuer in der Anschaffung, daher ist die Rückzahlung bei Abgabe nicht unbeträchtlich. Ich steckte es in meinen schlaffen Rucksack, im festen Vorhaben, es unten in der Stadt gegen ein kleines Wohngeld einzutauschen, der Mutter einen Teilerfolg vorzugaukeln, für ein paar weitere Tage Gnadenfrist.

 

Der Zufall wollte es, dass mich mein Weg nach Haus an der offen stehenden Tür des Backstage eines großen Schachturniers vorbei führte. Dieses mal ließ mich meine kriminelle Energie eine Blitzentscheidung treffen. Ich räumte in einem Affenzahn die Regale mit Spezialtaktik-Gehirnen leer, steckte sie in meinen Sack und entkam unbemerkt über den Hinterhof der „Gaunerei Friedrichs”, der grössten Bank von „Ufffz”.

 

Als ein ebenso großes Glück erwies sich das plötzliche Anberaumen einer unangekündigten, wichtigen Prüfung im Bereich Architektur an der „Brian Jones- Universität” von „Ufffz”, einher gehend mit grenzenloser Panik unter den Studierenden.

 

So wurde ich meine Beute bei reissendem Absatz innerhalb weniger Minuten los und verdiente mehr Geld als Mutti beim „Anschaffen” in einer ganzen Woche.

 

Der Mutter log ich vor, das viele Geld als „Mietomi” verdient zu haben, was ich auch als meinen Berufswunsch angab. Seitdem ist erstmal Ruhe auf dem Gebiet und ich darf endlich wieder den ganzen Tag fernsehen. Fern in eine Welt, die ich nicht verstehe, die mich fasziniert, die ich oft befrage, die nie antwortet. Vielleicht morgen.

Guntram Krasting zurück aus Ascaban

gunwebDarth Krasting, bekannt als Regisseur der Johnny Liebling Videos „An guten Tagen“ und „Nein Danke“, ist zurück in der Welt der Menschen und bemüht sich, noch in diesem Quartal die Arbeiten am sensationellen Clip zum Song „4 oder 5“ zu beenden. Das genaue Erscheinungsdatum ist noch nicht klar, da Krasting, permanent abwechselnd von „Hutu-“ und „Tutzi“-Rebellen aufgeschreckt und nach dem Weg gefragt wird, das kostet Zeit! 

Bis es soweit ist, zeigen wir euch einige wundervolle Bilder der Union in Action, ebenfalls von Krasting kürzlich in einem Etablissement in Montreux namens „L´église des queues“ geschossen (Ansehen in der Galerie)

Am Scheidenweg! Neues aus “Ufffz”.

herr-b-am-scheidenwegWie immer, wenn man sich sicher ist, dass ein neues Jahr beginnt, hat man sich zunächst mal zu fragen, was man wohl überhaupt damit anfangen will und ob man es auch wieder zurück geben kann, sollte es sich als ungenügend nutzbar erweisen.

Ob man beispielsweise ein Umtauschrecht bis April eingeräumt bekommt, wenn man bis dahin dem neuen Leben nicht den winzigsten Erfolg abzuringen imstande war?

 

Dies waren die ersten Gedanken, die es schafften, sich im neuen Jahr in das dichte Gedränge meines Kopfes zu schleichen, um dort nach Leibeskräften zu spuken. Es war bereits der 3. Januar, das konnte ich am Einfallswinkel der blass und ungesund aussehenden Sonne erkennen, die mich unsicher begrüßte, während ich langsam aufzutauen begann.

 

Ich war wohl von Silvester liegen geblieben, die 21 Kinder der Turbanskis aus dem 3. Stock hatten mich mit ihren Buntstiften schön angemalt, wie so oft mit nationalsozialistischen Hoheitszeichen und Kritzeleien bedacht, die sie in Ermangelung jeglicher Schulbildung für Buchstaben hielten. Der infernalische Lärm ihrer vielen, kleinen Kehlen ging in hartnäckige Konkurrenz mit der Neujahrsparade des Stadtrats von „Ufffz”, die wie üblich direkt an unserem Haus vorbeizog. Zu Beginn eines jeden Jahres ist es hier seit langer Zeit die Regel, dass der Bürgermeister, sowie die höchst gestellten Persönlichkeiten von „Ufffz” eine Parade abhalten, um der, für diesen sehr kargen und ungeliebten Monaten nach Weihnachten üblichen Jammerei des Fußvolks entschieden entgegen zu treten. So wurde also der Januar zum „Wonnemonat” ausgerufen und unmissverständlich mit Klageverbot belegt.

 

Die Granden der Stadt waren gesammelt auf prächtigen Ochsenkarren zugegen, sich im Überschwang zu prostend, während ich meine Zehen wieder spürte. Die Prozession, gestartet am Erotikkino „Oase”, Ziel war das alte Heizkraftwerk, schleppte sich just in diesem Moment an unserem Haus vorbei, bis vor dessen Treppenaufgang ich es immerhin geschafft hatte. Weil es in „Ufffz” gar keine Ochsen gibt, werden jedes Jahr einige honorige Bürger ausgewählt, welche die Gold geschmückten und dadurch schwer gewichtigen Karren durch die Stadt ziehen dürfen. Vor dem Karren des Bürgermeisters erkannte ich deutlich Herrn Kassius, den Schlachtermeister, der trotz schneidender Kälte so stark schwitzte, dass sich seine Holzpantinen aufzulösen begannen. Er hatte blütenweissen Schaum vor dem Mund. Herr Döbler, ein arbeitloser Despot, war vor dem Fahrzeug eines sehr beleibten Senators zusammengebrochen und wurde von diesem ganz blutig gepeitscht.

 

Die Leute, die die Straße säumten, jubelten auf unnachahmlich liebevolle Art ihren Regierenden zu. Eine Hand in der Luft, deren Mittelfinger vollends erhoben, der Rest zur Faust geballt, mit dem Zeigefinger der anderen den linken Nasenflügel verschließend, während aus dem rechten ein Schwall des so beliebten „Spice” mit der Wucht eines Atemstoßes geschleudert, auf der Uniform eines Amtsträgers plakativ, wie eine Art Orden, haften blieb. Die Stadtväter ihrerseits werfen für gewöhnlich großzügige Mengen „Dönekens”, die Weichteile des Paradoxons, einer in der Halbsavanne lebenden, kantigen Büffelart unters Volk, welches gar nicht genug davon zu bekommen schien. Nur dem Bürgermeister, der sich, allem überdrüssig „Echt Stonesdorfer” nennt, ist es vorbehalten, zusätzlich zu den „Dönekens” noch leere Worthülsen und Wachstumshormone zu werfen.

 

Die Turbanski-Kinder hatten bereits die Taschen ihrer Beutelhosen bis zum Rand voll davon und wurden erst von „Tommi”, dem Hund der alten Küster verjagt, der gleich zwei von ihnen tot biss. Omma Küster war samt „Tommi” aus ihrer stickigen Bude gekrochen, um im Heizkraftwerk zu beten, denn sie war sehr Wärmegläubig. „Tommi” war in Wirklichkeit eine dieser großen Ratten aus den Glenns, deren Haltung in „Ufffz” streng verboten war, doch bisher war es noch niemandem gelungen, dies zu beweisen. Als die alte Küster mich so hilflos daliegen sah, ergriff sie die sich selten bietende Gelegenheit, stieß mir ihr Holzbein in die Rippen und rief: „Tommi, schnappschnapp!”, woraufhin mir die fette Ratte ins Gesicht biss, hektisch mit der pelzigen Zunge die Augen suchend. Erst die Mutter, eiligst herbei gesehnt, kam mit einem Schneidbrenner und rettete, was zu retten war. Die Küster und „Tommi” verzogen sich, beide mögen kein Feuer. Mutti taute mich mit dem Gerät fast vollständig auf, dann flohen wir vor dem Rummel der Straße, hoch in die sichere Wohnung. Oben angekommen, gab es auch gleich die Neujahrsgardinenpredigt der besorgten Mutter.

 

„Junge, jetzt muss mal Schluss sein mit dem Kinkerlitz”, sagte sie, „mit 43 Jahren wird es jetzt entweder Zeit für die Pubertät, ein Schein-Fernstudium oder eine Schein-Fernselbstständigkeit, Hauptsache Fern!” 

 

„Mach´ ich morgen!”, versuchte ich sie zu beschwichtigen, doch die Mutter war fest entschlossen: „Pack deine Sachen, du gehst noch heute Abend zum „Scheidenweg”!

 

Der „Scheidenweg” dient seit Jahrhunderten der traditionell unschlüssigen Einwohnerschaft von „Ufffz” als Entscheidungshilfe. Am Waldrand gelegen ist er besonders am Sonntagmorgen gut besucht, wenn die Leute nicht wissen, ob sie Rührei oder Spiegelei wollen.

 

Die Mutti fuhr mich eben noch mit dem „Trampelrad” rum, einem Fahrzeug mit dreieckigen Rädern, welches wir dem Starrsinn von „Ufffz” Meistererfinder „Little Derrick” zu verdanken haben, dann stehe ich allein, mit von Regenwasser gefüllten Augen am „Scheidenweg”, schaue der immer geringer erscheinenden Gestalt der Mutter hinterher und frage mich, was wohl dieses Jahr aus mir werden soll.